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Politik Inland
07/29/2020

Coronavirus: Das sind die Details zur Kurzarbeit III ab September

Das Nachfolge-Modell gilt sechs Monate, mindestens 30 Prozent der Zeit muss gearbeitet werden.

von Johanna Hager

Mehr als 470.000 Menschen sind österreichweit derzeit in Kurzarbeit. Da das sogenannte Corona-Kurzarbeitsmodell nach einmaliger VerlÀngerung (3 + 3 Monate) im September auslÀuft, sind Regierung, Wirtschaftskammer und Gewerkschaft seit Wochen gefordert gewesen, ein Nachfolge-Modell zu erarbeiten.

Dieses liegt nun auf dem Tisch.

"Die Kurzarbeit ist eine UnterstĂŒtzung fĂŒr Betriebe, um Mitarbeiter zu halten", sagt Bundeskanzler Sebastian Kurz bei der PrĂ€sentation am Mittwoch. 

Die Kurzarbeit dauert sechs Monate und sieht eine Mindestarbeitszeit von 30 Prozent vor. Per 1. Oktober wird das neue Modell gelten und bis in das erste Quartal 2021 reichen.

Arbeitszeitreduktion auf 80 Prozent - ein neuer Job kann entstehen

Vizekanzler Werner Kogler bedankte sich, wie der Kanzler zuvor, bei den "Sozialpartnern". Die Modelle seien in Europa vorbildhaft, so Kogler und:  "wir haben uns das etwas kosten lassen". Ein Corona-Arbeitszeitmodell soll zudem ermöglichen, dass durch Reduktion der Arbeitszeit ein neuer Arbeitsplatz geschaffen werden wird. Konkret heiße das, so der Vizekanzler: Verzichten vier Arbeitnehmer auf 20 Prozent, arbeiten als "nur" 80 Prozent und in einem Unternehmen entsprechender BetriebsgrĂ¶ĂŸe, so kann eine fĂŒnfte Person eingestellt werden.

Gewerkschaftschef Wolfgang Katzian definierte nochmals die Parameter des neuen Modells. Die Mindestarbeitszeit betrage 30 Prozent, die Höchstarbeitszeit 80 Prozent.

"Es ist eine Punktlandung", resĂŒmierte WirtschaftskammerprĂ€sident Harald Mahrer die Verhandlungen. FĂŒr den produzierenden Sektor kommen "schwierige Zeiten", da die AuftragsbĂŒcher leerer wĂŒrden. "Die sechs Monate sind deshalb wichtig, weil die Unternehmen Planungssicherheit brauchen." Sollte es Betriebe geben, die Kurzarbeit benötigen, aber unter die 30 Prozent Mindestzeit fallen wĂŒrden, so werde es auch hier Lösungen geben, versichert Mahrer.

Kurzarbeit sei kein Dauerzustand, betont der WKO-PrĂ€sident. Um Missbrauch vorzubeugen, mĂŒssen Unternehmen ihre Planung vorlegen, einer "KriterienĂŒberprĂŒfung" standhalten und die Arbeitnehmer, auf der anderen Seite, eine Weiterbildungsbereitschaft zeigen.

Im Rahmen der Corona-Kurzarbeit hat das Arbeitsmarktservice (AMS) bisher rund 3,9 Mrd. Euro an anspruchsberechtigte Unternehmen ausbezahlt. Die tĂŒrkis-grĂŒne Regierung hat bis zu 12 Mrd. Euro fĂŒr die Kurzarbeit budgetiert. Von den eingelangten Abrechnungen sind laut Angaben des Arbeitsministeriums rund 337.500 (96 Prozent) bearbeitet. Rund 72.000 Unternehmen hĂ€tten schon alle Zahlungen erhalten. Aktuell wird die Kurzarbeit noch in der Warenherstellung (Industrie und Gewerbe) mit rund 194.000 Kurzarbeitenden, im Handel mit rund 68.000 und im Tourismus (Beherbergung und Gastronomie) mit rund 48.000 in Anspruch genommen.

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