Coronavirus particles interacting with antibodies

Antikörper verhindern, dass die Viren an Körperzellen andocken können.

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Politik Inland
09/06/2021

Corona: Gespannte Ungewissheit vor Beratungen am Mittwoch

Mögliche Maßnahmen reichen von 1-G-Regel für die Nachtgastronomie bis zur Verschärfung der Maskenpflicht.

Die Bundesregierung empfängt wie angekündigt am Mittwoch die Vertreter der Länder, um über eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen zu beraten. Ab 8.30 Uhr werden die Landeshauptleute am Treffen im Kanzleramt teilnehmen - teils virtuell, teils vor Ort. Im Anschluss ist die Ministerratssitzung angesetzt. Zu möglichen Schritten gab man sich auf Regierungsseite am Montag nach wie vor zugeknöpft, zuletzt war u. a. über eine 1-G-Regel in der Nachtgastronomie debattiert worden.

Im Kanzleramt wurde am Montag auf die bereits letzte Woche kommunizierten - noch vagen - Pläne verwiesen. Damals hieß es, es werde am Mittwoch über die Impflage, die Möglichkeiten für einen "dritten Stich" sowie die "aktuelle Corona-Entwicklung" beraten - sowie darüber, welche Maßnahmen gesetzt werden können, wenn die Auslastung der Intensivstationen weiter steigt.

Letztere verzeichneten zuletzt ein deutliches Plus: Am Montag benötigten 170 Corona-Patienten eine intensivmedizinische Versorgung, vor zwei Wochen waren es noch 77. Die am Montag gemeldeten 1.429 Neuinfektionen bedeuteten den höchsten Montagswert seit Ende April - und 31 Patienten mehr als noch am Sonntag mussten im Spital behandelt werden. Auch wurden acht weitere Todesopfer vermeldet.

Neben Bund und Ländern werden beim Treffen am Mittwoch auch Fachleute teilnehmen und ihre Expertise abgeben. Welche Schritte gesetzt werden, ist offen. Diskutiert wurde zuletzt über eine Rückkehr zur FFP2-Maskenpflicht bzw. eine Ausdehnung der Maskenpflicht auf weitere Innenräume. Auch eine kürzere Gültigkeit von Coronatests könnte kommen (beides nach Vorbild Wiens: Dort ist auch in Kinos oder generell im Handel ein Nasen-Mundschutz zu tragen; bei allen Personen ab zwölf Jahren beträgt die Gültigkeitsdauer eines Antigen-Schnelltests 24 statt zuvor 48 Stunden, eines PCR-Tests 48 statt zuvor 72 Stunden).

Auch eine 1-G-Regel für die Nachtgastronomie dürfte eine Option sein. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) hat sich dafür ausgesprochen - und er will eine solche darüber hinaus auch für "Stehpartys" wie etwa beim Après-Ski, wie er am Sonntag in Zeitungsinterviews erklärte.

Einschränkungen als "Ultima Ratio"

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), der sich zuletzt eher zurückhaltend gegenüber neuen Maßnahmen gezeigt hatte, meinte am Sonntag auf Servus TV: Wenn eine Überlastung des Gesundheitssystems drohe, werde man selbstverständlich reagieren. Und: "Bevor wir die Nachtgastronomie ganz schließen und keiner hin kann, ist es mir noch lieber, nur Geimpfte dürfen hingehen." Freiheitseinschränkungen dürften freilich immer nur die Ultima Ratio sein, betonte der Kanzler.

Auch das seit mehreren Wochen debattierte Ende der Gratistests könnte Thema werden: Mehrere ÖVP-Landeschefs hatten dies zuletzt gefordert, um mehr Menschen zur Corona-Impfung zu motivieren. Die SP-regierten Bundesländer lehnen das ab. Am Montag sprach sich allerdings auch Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP), der die Debatte mitlosgetreten hatte, angesichts der aktuellen Entwicklung nun doch für die Beibehaltung der kostenlosen Tests aus.

Mückstein hatte bereits letzte Woche einen "sehr konkreten Plan" für den Umgang mit der Corona-Pandemie angekündigt, ohne vorerst konkret zu werden. Denn der Plan sei noch in Endabstimmung mit dem Koalitionspartner, sagte der Minister am vergangenen Dienstag. Als allererstes Ziel nannte Mückstein das Vermeiden von Schließungen. Er habe seine Vorschläge wie eine Verkürzung der Gültigkeitsdauer von Antigentests auf 24 Stunden sowie eine Indoor-Maskenpflicht auf den Tisch gelegt, sagte er.

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