Das einfach gestrickte Betrugssystem der Commerzialbank

Das einfach gestrickte Betrugssystem der Commerzialbank
Die Masche der Commerzialbank: Martin Pucher benötigte kein ausgeklügeltes System, um alle Prüfungsinstanzen hinters Licht zu führen. Schlichte Täuschungsmanöver dürften gereicht haben, um 20 Jahre lang unentdeckt zu bleiben.

Exakt vier Wochen sind vergangen, seit Martin Pucher die Schüssel der Commerzialbank Mattersburg an den Regierungskommissär abgab – und sein betrügerisches Luftschloss, mit dem er keinen Luxus, aber sehr wohl Ruhm und Anerkennung generierte, nach über 20 Jahren zusammenbrach.

Vier Wochen später findet das Burgenland inklusive seines hemdsärmeligen Landeshauptmanns noch keinen Ausweg aus dem monetären Super-GAU. Zu groß ist der Schock über die immense Schadenssumme von rund 690 Millionen Euro (die Hälfte von Burgenlands Budget oder die Hälfte der Schadenssumme im Wirecard-Skandal).

Kein "Wolf of Pannonia"

Wie konnte das System so lange unentdeckt von Wirtschaftsprüfern, der Finanzmarktaufsicht und der österreichischen Nationalbank bleiben? Auf die hohe kriminelle Energie des Bankengründers, dem man nur schwer auf die Schliche kommen konnte, reden sich die Prüforgane dieser Tage gerne aus. War Martin Pucher in Anlehnung an den "Wolf of Wall Street" (das Leben des Aktienhändler und Betrügers Jordan Belfort wurde mit Leonardo DiCaprio verfilmt) der "Wolf of Pannonia"?

"Keineswegs", sagt Anwalt Norbert Wess, der die Verteidigung von Pucher übernommen hat.

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