Leserbrief zum Artikel "Warum eigentlich Alexander Van der Bellen?"

Ich selbst war als Lehrerin der Schüler/innen der De La Salle Schule Strebersdorf beim gesamten Videodreh anwesend und habe ein gänzlich anderes Bild von Van der Bellens Umgang mit den Jugendlichen gehabt – wie auch meine Schüler/innen.

Wir alle haben uns heute, 1. 12. 2016, das Video gemeinsam in der Klasse angesehen und waren über die Analyse von Hrn. Hajek überrascht, um nicht zu sagen, geschockt. Die Begrüßung war etwas steif, das gebe ich zu, aber im Laufe des Videodrehs hat sich Alexander Van der Bellen sichtlich wohler gefühlt und auch die Jugendlichen wurden mutiger. Vor allem mit Kevin hat Hr. Van der Bellen sehr viel diskutiert – auch abseits der Kamera hat er ihm geduldig seine Fragen beantwortet.

Kevin hat auch im Video betont, wie toll er es gefunden hat, wie gut sich Hr. Van der Bellen auf sein Niveau „begeben“ hat – was nicht abwertend zu verstehen ist. Hier stellt sich mir schon die Frage, ob Hr. Hajek das Video überhaupt gesehen hat. Denn wie kann man sich sonst hinstellen und behaupten Van der Bellen „... hat es nicht geschafft diese Distanz, dies Hürde, diesen Spiegel, diese Glaswand zu durchbrechen und konnte keine Verbindung aufbauen“ – und im Video sagt Kevin, dass er sich seine Wahlentscheidung – er war im Contra-­‐Team -­‐ noch überlegen werde, weil ihn Hr. Van der Bellen so beeindruckt hat.

Auch die Aussage „Das Gleiche trifft auch auf die jungen Menschen zu, die dort gesessen sind, es war ganz offensichtlich, dass es eben nicht ihr Lebensumfeld ist, sich mit Politker/Politikerinnen zu unterhalten,...“ disqualifiziert Hrn. Hajek als Analysten, denn was für eine Erkenntnis, dass es bei Jugendlichen nicht zum normalen Tagesgeschehen gehört, sich mit Politiker/Politikerinnen zu unterhalten? Ja, Hr. Van der Bellen hat in seinem Alter sicher nicht so viel mit Jugendlichen zu tun, wie Hr. Hofer als 45-­‐jähriger Vater von Kindern im Teenageralter, trotzdem hat er es geschafft Vertrauen zu den Jugendlichen aufzubauen und auf sie einzugehen, wie auch im Video bestätigt wurde.

Ich finde es erschreckend, dass Hr. Hajek scheinbar als Experte in seinem Fach angesehen wird, wenn er nicht im Entferntesten auf Aussagen von den Beteiligten eingeht oder sie mutwillig missinterpretiert. Ich hoffe sehr, dass es irgendeine Möglichkeit gibt, meine Meinung zu veröffentlichen, denn es ist mir ein großes Anliegen, das richtig zu stellen.

Mag. Irina Aleksa

( Redaktion ) Erstellt am 02.12.2016