Was Sie über Alexander Van der Bellen wissen sollten

Der heiße Kampf um die Unterschriften…
Foto: KURIER/Michael Pammesberger Alexander Van der Bellen

Auf den Grünen Professor können sich viele einigen. Ein Porträt.

Einwandererkind im Nachkriegsösterreich, evangelisch im Heiligen Land Tirol, wirtschaftsliberal bei den Grünen: Alexander Van der Bellen weiß, wie es ist, anders zu sein. Anders wollten auch die Grünen immer sein, aber weil jeder anders anders sein wollte, waren sie meistens heillos zerstritten. Bis sie 1997 den „Sascha“ zu ihrem Bundessprecher wählen. Aus einer als gerne als Chaotentruppe belächelten Bewegung wird eine Partei, angeführt von einem ehemaligen Mitglied der SPÖ.

Der Gegenentwurf zur FPÖ

Der „Professor“, wie sie ihn nennen, weil der Volkswirtschaftler genau das ist und zerstreut obendrein, wird von so gut wie allen politischen Mitbewerbern respektiert. Aber erstmal von Beginn an. Nicht hudeln, erst mal eine anzünden (ja, er raucht wieder!). Also: Alexander Van der Bellen wurde 1944 in Wien als Sohn einer estnischen Mutter und eines russischen Vaters geboren. Die Familie floh vor den Sowjets und ließ sich in Österreich nieder, Alexander wuchs im Tiroler Kaunertal auf. Van der Bellen ist ein Flüchtlingskind und das ist in Zeiten wie diesen von Bedeutung. Einen FPÖ-Bundeskanzler würde er also nicht angeloben, ließ er bereits ausrichten. Und obwohl die FPÖ in allen Sonntagsfragen voran ist, ist er es bei den Umfragen zur Präsidentschaftswahl.

Dank 532 Stimmen mehr auf dem Podest

Er wäre – auch wenn er aus Gründen, die er vermutlich selbst nicht ganz versteht, als Unabhängiger antritt – der erste Präsident der Grünen, nachdem er schon deren längstdienender Bundessprecher war und die Grünen 2006 erstmal bei Nationalratswahlen zum dritten Platz führt – mit 532 Stimmen (oder 0,011 Prozent) Vorsprung zur FPÖ. Sein größter Erfolg führte zu seiner größten Niederlage: Die Verhandlungen zur Bildung einer schwarz-grünen Regierung scheiterten. Einer seiner Verhandlungspartner: Andreas Khol, der Van der Bellens Nachfolgerin Eva Glawischnig eine „wunderschöne Marxistin“ nannte. Zwei Jahre und eine Wahlniederlage später tritt Van der Bellen zurück, um 2010 für den Wiener Gemeinderat zu kandidieren. Er bekommt die meisten Vorzugsstimmen, hat dann aber doch keine rechte Lust, tatsächlich in den Gemeinderat einzuziehen und wird erstmal ehrenamtlicher Universitätsbeauftragter. Er hat ja auch noch anderes zu tun. Donald-Duck-Comics und Krimis zu lesen beispielsweise. 2012 wechselt er dann doch noch in den Gemeinderat. Würden ihn die Österreicher zum Bundespräsidenten wählen, könnte es also passieren, dass er erst 2018 Lust verspürt, sein Amt auch wirklich anzunehmen. ätten ihn "Verleumder" bzw. "Ehrabschneider" genannt und ihm damit eine strafbare Handlung unte - derstandard.at/957284/Khol-klagt-Van-der-Bellen-und-Oellingerätten ihn "Verleumder" bzw. "Ehrabschneider" genannt und ihm damit eine strafbare Handlung unte - derstandard.at/957284/Khol-klagt-Van-der-Bellen-und-Oellingerätten ihn "Verleumder" bzw. "Ehrabschneider" genannt und ihm damit eine strafbare Handlung unte - derstandard.at/957284/Khol-klagt-Van-der-Bellen-und-Oellinger

(KURIER / dk, csm, tt) Erstellt am
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