Braucht Österreich mehr Bürgermeisterinnen? „Auch von einer Frau sehr gut machbar“
In Österreich gibt es so viele Bürgermeisterinnen wie noch nie, dennoch werden weiter 88 Prozent der heimischen Gemeinden von Männern geführt. In der ZiB2 war dazu Katharina Wöss-Krall, ÖVP-Bürgermeisterin von Rankweil in Vorarlberg, zu Gast.
Frauen sind „ein bisschen zurückhaltender“
Wöss-Krall sieht zwar Fortschritte, sagt aber auch: „Die Frauen, ja, die sind dann eher ein bisschen zurückhaltender.“ Viele würden sich in der zweiten Reihe wohler fühlen oder bekämen gar nicht die Chance, ganz vorne anzutreten. Bürgermeisterinnen müssten daher sichtbar machen, „dass das alles auch von einer Frau sehr gut machbar ist“. Es brauche mehr Selbstbewusstsein und mehr Frauen, die politische Verantwortung übernehmen wollen.
Die Bürgermeisterin betonte mehrfach die Bedeutung von Vorbildern. „Wir schaffen das nur, wenn wir positiv über unsere Arbeit sprechen, dass wir eben als gute Vorbilder vorangehen“, sagte sie. Programme wie „Girls in Politics“ könnten helfen, junge Frauen früh für Politik zu begeistern.
Andere Gesprächskultur
2019 wurde Wöss-Krall erste Bürgermeisterin in Rankweil. Sie war davor neun Jahre lang Vizebürgermeisterin. Der Wechsel sei auch persönlich herausfordernd gewesen: „Meine jüngste Tochter, die wurde dann gerade erst ein Jahr alt.“
Frauen würden politische Arbeit teilweise anders anlegen, meinte die Bürgermeisterin. „Ich glaube, wir sind vielleicht ein bisschen konfliktscheu und bemühen uns mehr, dass wir da eine gemeinsame gute Lösung dann zusammenbringen.“ In Rankweil gebe es deshalb oft einstimmige Beschlüsse im Gemeinderat.
Von finanziellen Anreizen für Gemeinden mit Bürgermeisterinnen hält Wöss-Krall hingegen wenig. „Also ich persönlich bin kein Fan von irgendwelchen zusätzlichen Zuckerl.“ Statt Quoten oder Geldanreizen brauche es attraktivere Rahmenbedingungen und mehr Unterstützung aus den Parteien. Dort seien „die Männer noch zu stark im Hintergrund, die das Frauen einfach noch nicht zutrauen“.
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