Besser als erwartet: Budgetdefizit lag 2025 bei 4,2 Prozent des BIP
Die Statistik Austria hat Dienstagmorgen Österreichs Budgetzahlen 2025 präsentiert. Ausständig waren bekanntlich noch die Daten von Bundesländern und Gemeinden. Damit blieb auch die Frage offen, ob die Regierung ihr Budgetziel – ein gesamtstaatliches Defizit von 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, eingehalten hat. Und?
Die Details stellten Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk und Kerstin Gruber, ebendort Leiterin der öffentlichen Finanzen, vor. Bereits bekannt war, dass das Minus des Bundes um 3,7 Milliarden Euro geringer ausfiel als im Frühjahr 2025 budgetiert – es betrug 14,4 Milliarden.
Besser als erwartet
Aber auch mit den Daten von Ländern und Gemeinden schneidet Österreich insgesamt besser ab als erwartet. Das gesamtstaatliche Defizit lag im Vorjahr bei 21,5 Milliarden Euro oder 4,2 Prozent des BIP. Damit stieg Österreichs Schuldenstand zwar auf 418,1 Milliarden Euro, die Regierung hat ihre Budgetziele aber übererfüllt. "Heute ist ein sehr erfreulicher Tag, denn wir waren sehr erfolgreich und sind auf Kurs", bilanziert Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) später vor Journalisten.
2025 sei die Schuldenquote – die Staatsverschuldung in Relation zum Wirtschaftswachstum – von 80 auf 81,5 Prozent gestiegen, also um 23 Milliarden Euro, sagt Lenk. Die Einnahmen stiegen um um 11,3 auf 261,5 Milliarden. Die staatlichen Ausgaben um 9,8 auf 283 Milliarden Euro.
Die Ausgaben stiegen somit 3,6 Prozent weniger stark als die Einnahmen. "Die starken Ausgabensteigerungen der Vorjahre setzen sich somit nicht fort", sagt Lenk. Die Ausgaben seien moderater gewachsen als angenommen – und deshalb auch das Defizit geringer, so Lenk. Einen großen Anteil machen demnach die geringeren Klima- und Energiesubventionen aus.
Höheres Minus bei Gemeinden
Der Bund konnte sein Defizit von 3,4 auf 3,0 Prozent des BIP reduzieren, die Länder (ohne Wien) ihres von 0,5 auf 0,4 Prozent. Der Abgang der Gemeinden stieg hingegen von 0,6 auf 0,7 Prozent, jener der Sozialversicherungsträger sank von 0,2 auf 0,1 Prozent.
Das höchste Länder-Minus verzeichnete mit 727 Millionen Euro die Steiermark, auf dem zweiten Platz folgte mit 642 Millionen Niederösterreich. Wien verbuchte in seiner Doppelrolle als Land und Stadt ein Defizit von 2,4 Milliarden Euro. Eine überdurchschnittlich hohe Pro-Kopf-Verschuldung haben die Steiermark, Kärnten, das Burgenland, Niederösterreich und Wien.
Österreichs Wirtschaftswachstum lag 2025 bei 0,6 Prozent.
"Vorteile überwiegen"
Wie geht es jetzt weiter? Die Bundesregierung verhandelt über ein Doppelbudget 2027 und 2028. "Wir wollen am Sanierungskurs festhalten. In einer Budgetkrise kann man mit einem Budgetdefizit von minus 4 Prozent gemessen am BIP wenig ausrichten, man muss vorsichtig agieren", sagt Marterbauer.
Allerdings habe man sich Spielräume erarbeitet, und zwar mit inflationssenkenden Maßnahmen, "die zum Teil noch gar nicht greifen". Dazu zählen der Sozialtarif auf Strom und die Spritpreisbremse ab 1. April oder die Umsatzsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel ab Juli.
Warum will die Regierung unbedingt ein Doppelbudget beschließen? "Die Vorteile beim Doppel-Budget überwiegen. Dazu gehört, dass der Pfad klar ist und wir den Bürgern und gegenüber der EU Transparenz signalisieren", sagt Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP).
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