Politik | Inland
01.07.2018

Betriebsversammlungen: Verspätet in die neue Arbeitswoche

Bei Postbus und ÖBB drohen Montagfrüh wegen der gewerkschaftlichen Maßnahmen zum 12-Stunden-Tag österreichweit Verzögerungen

Wer mit dem Postbus oder dem ÖBB-Zug zur Arbeit fährt, sollte morgen, Montag, etwas mehr Zeit als sonst für den Weg einplanen. Denn der Betriebsrat wird die Mitarbeiter in 40 Postbus- und 200 ÖBB-Dienststellen ab den frühen Morgenstunden über die Auswirkungen der geplanten Änderungen im Arbeitszeitgesetz informieren.

Für die Passagiere werden die Versammlungen vermutlich Behinderungen nach sich ziehen. „Es ist mit starken Verspätungen zu rechnen“, sagt ÖBB-Sprecher Herbert Hofer. Das Unternehmen geht von Einschränkungen vorwiegend zwischen sieben Uhr morgens bis zum frühen Mittag aus – und zwar vor allem in den Landeshauptstädten. Eine genauere Einschätzung sei nicht möglich, sagt Hofer. „Wir wissen nicht, wie viele Kollegen an den Versammlungen teilnehmen werden.“ ÖBB-Konzernbetriebsrats- und vida-Chef Roman Hebenstreit sprach am Freitag jedenfalls von „großem Interesse“.

Die ÖBB versprechen, ihre Fahrgäste umgehend über etwaige Verspätungen und Ausfälle zu informieren. Hofer: „Wir werden in der Früh alle Kanäle füttern – von Facebook über unsere App bis hin zur elektronischen Fahrplanauskunft.“

Zumindest müssen steirische Schüler, die mit dem Bus zum Unterricht kommen, sich nicht sorgen, einen der letzten Schultage zu verpassen. Denn der Postbus-Betriebsrat und das Management hätten vereinbart, dass morgens die Schüler befördert werden, sagt Hofer.

Keine Konsequenzen

Wer wegen der Abhaltung von Betriebsversammlungen der Öffi-Betreiber nicht pünktlich zur Arbeit kommen kann, braucht übrigens keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu fürchten. Zugverspätungen sind laut ÖGB ein Verhinderungsgrund, der das Fernbleiben von der Arbeit rechtfertigt. Man muss aber alles Zumutbare unternehmen, um zur Arbeit zu kommen – also etwa mit dem Auto fahren, sofern man eines hat.