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„Durchbruch“ zur Entlastung des Inntals: Berlin fixiert Trassenplan

Berliner Verkehrsminister legt Bundestag Strecke für Beschluss vor.
Brenner Nordzulauf

Seit Jahrzehnten ist klar, dass die Unterinntal- und Brennerstrecke das Nadelöhr zwischen Nord- und Südeuropa werden wird. Seit 1994 ist die Brennerachse zwischen München, Innsbruck und Verona Teil der EU-Verkehrspläne. Seit 2006 arbeiten die Österreicher am Brenner-Basistunnel, der 2032 fertig werden soll.

TIROL: MEDIENTERMIN BRENNER BASISTUNNEL BBT SE DURCHSCHLAGSFEIER 'ERKUNDUNGSSTOLLEN' DES BRENNERBASISTUNNELS AN DER GRENZE ZWISCHEN ÖSTERREICH UND ITALIEN

Deutschland ohne Plan

Auch Italien setzt Pläne zum Südzulauf bereits um. Was fehlt, ist ein Beschluss Deutschlands für den Brenner „Nordzulauf“ durch Bayern. Am Freitag legte das Berliner Verkehrsministerium dem Bundestag die finalen Trassenpläne vor. Diese sehen den Aus- und Neubau der Bahnstrecke von München über Rosenheim bis zur österreichischen Grenze vor. Der Nordzulauf ertüchtigt nicht nur bestehende Gleise, sondern muss auch Ausweichgleise für die bis zu 400 Meter langen Güterzüge ermöglichen – denn Personenzüge haben immer Vorfahrt und sollen überholen können.

Umstritten bleibt in Bayern der Bau einer Hochgeschwindigkeitstrasse durch das bayerische Inntal, da gibt es bereits Bürgerproteste.

Die Deutsche Bahn schätzt die Gesamtkosten auf knapp 8,6 Milliarden Euro, hinzu kommt ein vorbeugender Puffer für Inflation und sonstige Risiken von noch einmal über sieben Milliarden.

Damit steht der geplanten Entscheidung des Bundestags über eines der strittigsten Bahnprojekte Bayerns formell nichts mehr im Wege. „Damit beginnt die parlamentarische Befassung wie vom Bundesministerium für Verkehr angekündigt im Sommer 2026“, erklärte der deutsche Verkehr-Staatssekretär Ulrich Lange (CSU).

Für ÖVP-Verkehrssprecher Joachim Schnabel ist das der lang ersehnte „Durchbruch. Zu den Trassenplänen hat es auch eine positive Stellungnahme des bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder gegeben. Jetzt geht es in die parlamentarische Debatte“, lobt Schnabel die Entscheidungen in Deutschland.

ÖBB zurückhaltend

Bei den Österreichischen Bundesbahnen bleibt der Jubel verhalten: „Wie im Zuge des Rahmenplan-Beschlusses mitgeteilt, bleibt der Brenner Nordzulauf mit Fertigstellung 2039 auf Schiene“, sagt ÖBB-Sprecher Daniel Pinka. Für die ÖBB stelle der Ausbau der Brennerachse für Österreich, Deutschland und ganz Europa sowohl im Personen- als auch Güterverkehr einen bedeutenden Schritt in der Weiterentwicklung des Eisenbahnnetzes dar. Doch könne der Brenner-Nordzulauf nur mit einer durchgehenden grenzüberschreitenden Errichtung seinen Nutzen für mehr und schnellere Züge und einer Entlastung der Eisenbahnknoten Kufstein und Wörgl voll entfalten.

Auch Österreichs Verkehrsminister Peter Hanke begrüßt die Entscheidung in Berlin: „Ich hoffe nun, dass die notwendigen parlamentarischen Beratungen zügig geführt und zeitnah verbindliche Beschlüsse gefasst werden, damit in den kommenden Jahren auch in Deutschland die ersten Bauarbeiten starten können. In Österreich ist es uns gelungen, die Finanzierung für den Brenner-Korridor für die kommenden sechs Jahre abzusichern. “

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