Politik | Inland
16.08.2018

AUVA: Drexler attackiert Hartinger-Klein wegen Standortgarantie

"Wie sich das alles ausgeht, dem sehe ich mit Spannung entgegen", so der steirische Gesundheitslandesrat.

Kaum ist die Reform der Allgemeinen Unfallversicherung (AUVA) im FPÖ/ÖVP-Konsens paktiert, kommt aus der schwarzen Landespolitik Kritik. Konkret ist es der steirische Gesundheitslandesrat Christopher Drexler, der Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) heftig kritisiert. Deren Standortgarantie stamme aus der "Mottenkiste der Politik des 20. Jahrhunderts".

Er sei von Anfang an ein großer Befürworter der Sozialversicherungsreform gewesen, so Drexler zur " Kleinen Zeitung", auch eine neue Konstellation ohne AUVA hätte er verschmerzen können. Dass man nun ein ambitioniertes Sparziel setzt, gleichzeitig aber eine Garantie für Spitalsstandorte abgibt, verwundert ihn: "Wie sich das alles ausgeht, dem sehe ich mit Spannung entgegen."

Konkret geht es Drexler um das defizitäre Unfallkrankenhaus Kalwang. Hier gebe es seit zumindest drei Jahren Gespräche mit der AUVA, wie man Leistungen an einem der Standorte des Landes erbringen könnte. Eine Zusammenarbeit mit dem LKH Bruck würde etwa 16 Mio. Euro jährlich an Einsparungen bringen, so Drexler: "Ich bin gespannt, wie diese Diskussion weitergeht angesichts der Standortgarantien der Bundesministerin. Ich gebe nämlich für kein einziges Krankenhaus eine konkrete Standortgarantie für immer und ewig ab."

Auf zusätzliche finanzielle Hürden bei der AUVA-Reform verweisen Kostenrechner des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger, wie der KURIER berichtet hat. So sollen 250 Mio. Euro der Kostensenkung in der Unfallversicherung durch Einsparungen aus der Reform (=Zusammenlegung) der Gebietskrankenkassen finanziert werden. Genau dort drohen aber Kostensteigerungen, sollten die unterschiedlichen Ärztehonorare der neun GKKs angeglichen werden, heißt es. Es gehe um 500 Mio. Euro zusätzlich pro Jahr, würde auf höchstem Level harmonisiert.