Politik | Inland
11.04.2017

Kurz: "Werden uns gegen Christenverfolgung einsetzen"

Bei den Anschlägen auf koptische Kirchen in Ägypten waren am Palmsonntag 45 Menschen getötet worden.

Nach den blutigen Anschlägen auf zwei koptisch-christliche Kirchen in Ägypten am Palmsonntag hat Außenminister Sebastian Kurz bei einem Besuch bei der Koptischen Gemeinde in Wien seine Solidarität bekundet.

„Gestern durfte ich die koptischen Gemeinde besuchen, ich bin dankbar für das Engagement von Bischof Gabriel und seiner Gemeinde. Die feigen Terroranschläge gestern gegen zwei koptische Kirchen in Ägypten mit Dutzenden Toten sind nur die Spitze des Eisbergs. Kopten sind immer wieder Opfer von Gewalt und Verfolgung und verdienen daher unsere Solidarität. Weltweit steigt die Zahl der Christen und Angehöriger anderer religiöser Minderheiten, die Opfer terroristischer Gewalt oder staatlicher Diskriminierung werden. Christen gehören zur weltweit am meisten verfolgten Religionsgruppe. Wir werden uns daher weiterhin mit Nachdruck für Religionsfreiheit und gegen Christenverfolgung einsetzen“, sagte Sebastian Kurz.

Am Sonntag hatten sich Selbstmordattentäter vor Kirchen in den ägyptischen Städten Tanta und Alexandria in die Luft gesprengt und 45 Menschen in den Tod gerissen. Zu den Anschlägen bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat". Die Kopten bilden die größte christliche Religionsgemeinschaft im Nahen Osten – und werden als „Ungläubige“ vom IS ins Visier genommen. Erst kurz vor Weihnachten forderte ein Sprengstoffanschlag auf die koptische Kathedrale in Kairo 29 Menschenleben, 47 wurden verletzt. Und der IS droht mit weiterer Gewalt gegen Christen.

Als Reaktion verhängte Ägypten einen dreimonatigen Ausnahmezustand.

Reaktionen aus der Politik

Neben Sebastian Kurz haben auch Bundepräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Christian Kern und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner die Anschläge verurteilt. Kanzler Kern sprach von einem „feigen“ Anschlag, er habe al-Sisi seine Anteilnahme und Betroffenheit versichert. Vizekanzler Mitterlehner trauert mit den Angehörigen und betont, der Terror müsse bekämpft und die Christenverfolgung verhindert werden.

"Wir trauern um die Opfer, unser Mitgefühl ist bei ihren Angehörigen", hieß es im Statement von Bundespräsident Van der Bellen.