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Politik Inland
04/03/2021

"Auferstehung" im Mai nach ruhigen Ostern?

Bundeskanzler Kurz stellt nächsten Monat Öffnungen in Aussicht. Bis dahin sollen die 65-Jährigen geimpft sein.

von Elisabeth Hofer, Markus Strohmayer

In der Wiener Innenstadt, wo sich um diese Jahreszeit normalerweise Menschenmassen drängen, herrscht am Karsamstag gähnende Leere. Nur vereinzelt huschen Personen über den Wiener Stephansplatz. Große Schilder erinnern dabei an die Maskenpflicht, die dort selbst im Freien gilt. All jene, die dennoch „vergessen“, ziehen in den Mund-Nasen-Schutz spätestens dann hektisch über das Gesicht, wenn die Polizei im Schritttempo vorbeifährt.

Viel zu tun haben die Beamten am Samstag aber nicht. Das liegt wohl gleichermaßen an der in Ostösterreich verhängten „Osterruhe“ und dem wechselhaften Aprilwetter. Von Osterstimmung ist in der Wiener City jedenfalls nur wenig zu spüren.

Die aktuellen Infektionszahlen stimmen da auch nicht gerade optimistisch. Trotzdem hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in seiner „Osterbotschaft“ am Samstag Öffnungsschritte für Sport, Kultur, Gastronomie und Tourismus ab Mai in Aussicht gestellt. Möglich werden soll das dank Impfung.

Im April sei das Ziel, alle über 65-Jährigen zu impfen, im Mai die über 50-Jährigen. Sind die Älteren geimpft, werde sich die Situation in den Spitälern entspannen, erklärte Kurz, dann könnten die „sehnsüchtig erwarteten“ Lockerungen folgen. Trotz Impfstoff-Lieferproblemen blieb der Kanzler bei seiner Prognose, dass „in den nächsten 100 Tagen jedem, der sich impfen lassen möchte, zumindest die erste Impfung“ angeboten werde.

Anschober abwartend

Vorsichtiger gab sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Er erklärte, Öffnungen im Mai seien möglich, „wenn in den nächsten zehn Tagen die Trendwende geschafft wird“ und die Neuinfektionen sinken. Auch Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) wollte im Ö1-Mittagsjournal den optimistischen Kurs des Kanzlers nicht gänzlich miteinschlagen. Öffnungsschritte würden zwar zu einer Entlastung führen, aber nur, wenn es kein „Auf und Zu“ gebe.

Die Opposition gab sich unbeeindruckt und ließ sich zu österlichen Vergleichen hinreißen: SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch teilte mit: Der Kanzler lege den Österreichern faule Eier ins Nest – nämlich „falsche Hoffnungen und leere Versprechungen“. FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl ging es religiös an. Schon vergangenes Jahr habe Kurz Hoffnung auf eine „Auferstehung“ nach Ostern gemacht und sich nicht daran gehalten. Weniger pathetisch die Neos: „Wie soll man dieser Regierung noch vertrauen?“, fragte der pinke Gesundheitssprecher Gerald Loacker.

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