SPÖ-Lercher zur FPÖ: „Hass allein ist kein Programm“

Der steirische SPÖ-Chef teilte am Aschermittwoch aus. Gegen die ÖVP und die Blauen. Und er nahm die SPÖ selbst aufs Korn.
SPÖ-Lercher zur FPÖ: „Hass allein ist kein Programm“

Ganz am Anfang,  Max Lercher hat noch keinen Kalauer von sich gegeben, da macht er ein Geständnis: „Ich liebe es!“, sagt der steirische SPÖ-Chef über seine Veranstaltung. Wieder hat er zum Politischen Aschermittwoch ins obersteirische Kobenz geladen; und wieder hat er Gäste aus den Bundesländern geladen, der prominenteste diesmal: Kärntens neuer SPÖ-Chef Daniel Fellner.

In der Sozialdemokratie läuft auch in diesen Tagen beileibe nicht alles so wirklich rund. Und vermutlich ist das der Grund, warum Lercher selbstkritisch startet: „Wir führen Personaldebatten - aber halt ohne Personal“, sagt der frühere Bundesgeschäftsführer über seine Partei. Und dann veräppelt er Ex-Parteichef Christian Kern. Der sei zwar eingeladen gewesen, habe aber in letzter Sekunde abgesagt. „Scherz!“, ruft Lercher in den Saal, er nippt am Bier, wie gesagt: Die Lage ist ernst genug, da darf man sich schon selbst auf die Schaufel nehmen.

Max Lercher hat an diesem Abend genau zwei politische Gegner: die FPÖ und die Volkspartei. Und der Koalitionspartner im Bund bekommt zunächst deutlich mehr Fett ab.  

Die Qualität des ÖVP-Personals in der Regierung sei bescheiden - „Weil diejenigen, die Geld verdienen wollen, mittlerweile nicht in die Politik, sondern in die Wirtschaftskammer gehen“. Und als Lercher ÖVP-Chef Christian Stocker und dessen Entscheidungsstärke beschreibt, zitiert er  die „Tagespresse“: Stocker stehe seit drei Tagen bei McDonalds, weil er sich nicht entscheiden kann, ob er im Restaurant isst oder das Menü doch mitnimmt.

Der emotionale Unterschied zwischen seiner Kritik am Koalitionspartner im Bund und der FPÖ ist dieser: Bei den Freiheitlichen verfliegt das Lächeln.  „Wenn eine Partei gegen die Gefährder-Überwachung und schärfere Waffengesetze ist, und wenn sie für Trump, Putin und Orban ist, dann sind das keine Patrioten!“, ruft Lercher von der Bühne. Er ist jetzt  laut und ernst. „Hass allein ist kein politisches Programm. Und er bringt keine Lösungen.“ Und damit es jeder versteht, warnt Lercher vor dem, was der steirische FPÖ-Chef und Landeshauptmann Mario Kunasek tut. Viktor Orban und Ungarn seien kein Vorbild, schon gar nicht in wirtschaftlicher Hinsicht. „Die Steiermark darf nicht Ungarn werden!“

Niemand mag die Streber

Wie kann die SPÖ im Bund und im Land genesen?

Man dürfe nicht mit dem erhobenen Zeigefinger durchs Land fahren, befundet der steirische SPÖ-Chef, denn: „Niemand mag die Streber, die wählt niemand.“ 

Und auch die Probleme, über die man spricht, könne man sich als SPÖ nicht aussuchen. „Die Sorgen der Menschen sind unser Programm.“ In der Steiermark sind das etwa die Gesundheitsversorgung und das fehlende Leistungsversprechen. „Wenn ein Mensch Vollzeit arbeitet, dann muss er ohne Förderungen leben können“, fordert Lercher. Leistung und Arbeit, das sind seine Schlüsselbegriffe, denn: „Die Sozialdemokratie muss das Wohlstandsversprechen erneuern.“ 

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