Asbest im Spielzeug: Grüne wollen Kinder besser schützen

Nach Berichten über Asbestfunde in Spiel- und Bastelsand fordern die Grünen "dringend strengere Kontrollen".
 Lukas Hammer, Umweltsprecher der Grünen

Zusammenfassung

  • Grüne fordern nach Berichten über Asbestfunde in importiertem Spiel- und Bastelsand strengere Kontrollen und mehr Transparenz zum Schutz von Kindern.
  • In mehreren Ländern, darunter die Niederlande, Australien und Neuseeland, wurden Asbestspuren in Spielsand aus China entdeckt und Untersuchungen sowie Rückrufe eingeleitet.
  • Die gesundheitlichen Risiken für Kinder sind noch unklar, aber Behörden und Regierungen rufen zu Vorsicht und Verkaufsstopps auf.

Berichte über Asbestfunde in Spiel- und Bastelsand haben die Grünen auf den Plan gerufen. In der nächsten Plenarsitzung des Nationalrats werde ein Antrag für mehr Produktsicherheit, Transparenz und Schutz für Kinder eingebracht, kündigte Umweltsprecher Lukas Hammer am Donnerstag an. 

Kürzlich waren Ergebnisse von Laboruntersuchungen in den Niederlanden bekannt geworden, wonach in einigen aus China stammenden Erzeugnissen Asbest entdeckt worden sei.

"Massive Verunsicherung"

Die Grünen orten nun eine "massive Verunsicherung bei Eltern und Kinderbetreuungseinrichtungen". Konsumentenschutzsprecherin Alma Zadić forderte "eine sofortige, lückenlose und transparente Information für Eltern, Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen sowie deutlich strengere und engmaschige Kontrollen durch Marktüberwachung und Behörden". Kinder-, Jugend- und Familiensprecherin Barbara Neßler erwartet sich "dringend strengere Kontrollen". Hammer bezeichnete es als "nicht nachvollziehbar, dass es am Arbeitsplatz verbindliche Grenzwerte für eine Asbestbelastung gibt, aber für den Großteil der Bevölkerung gesetzliche Lücken bestehen".

Potenziell belastete Spielprodukte

Denn die aktuellen Berichte würden "zeigen, dass potenziell belastete Spielprodukte über Jahre im Vertrauen auf bestehende Sicherheitsstandards verkauft wurden. Zudem reihen sich die Vorfälle in die seit Monaten andauernde Debatte über die Sicherheit importierter Billigprodukte und zeigen erneut, wie wichtig eine konsequente Marktüberwachung ist", hieß es weiter.

Vergangene Woche war berichtet worden, dass in den Niederlanden in aus China importiertem Spielsand Spuren von Asbest entdeckt worden seien. Die Aufsichtsbehörde für Lebensmittel und Waren startete eine Untersuchung. Bei Vorliegen von Ergebnissen - erwartbar binnen rund zwei Wochen - werde über ein mögliches Verkaufsverbot entschieden werden, hatte die Behörde damals mitgeteilt.

Berichte von Asbest im Spielsand hatte es zuvor schon in Australien und Neuseeland gegeben. Daraufhin hatte eine niederländische Tageszeitung Proben untersuchen lassen.

Risiken unklar

Im Fokus steht Sand für Spieltische und zum Basteln, aber auch sogenannter kinetischer Sand. Ob Gesundheitsrisiken für Kinder bestehen, die mit diesen Produkten spielen, bzw. wie groß solche sein könnten, sei noch ungeklärt, berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) vor einer Woche. Im Nachbarland Belgien rief die Regierung indes bereits dazu auf, den Verkauf und Gebrauch des Sands zu stoppen und warnte Eltern vor möglichen Gefahren.

Erst am Mittwoch war in Österreich ein Rückruf von vom Unternehmen Woolworth angebotenen Spielfiguren ("Stretcherz Slammerz") veröffentlicht worden. Auch bei diesem Spielzeug gibt es laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) Kontaminierungen im verarbeiteten Sand. Angaben aus Deutschland zufolge, wo die Produkte ebenfalls zurückgerufen wurden, soll die Füllung einzelner Figuren Spuren von Asbest enthalten.

Das Mineral Asbest besteht aus feinsten Fasern, die bei mechanischer Einwirkung leicht freigesetzt und eingeatmet werden können. Asbestfasern können in die Lunge eindringen und Entzündungen und Vernarbungen - Asbestose - verursachen und das Risiko etwa für Lungenkrebs erhöhen.

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