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Politik Inland
08/20/2020

Arbeitszeitverkürzung: Weg aus der Krise oder mitten hinein?

Die Grünen sind für eine Arbeitszeitverkürzung, doch bei der ÖVP finden sie dafür kein Gehör.

Durch die Corona-Krise ist es auch in Österreich zu einer Rekordarbeitslosigkeit gekommen - zum Höhepunkt war mehr als eine halbe Million Menschen ohne Job.

Stellt sich also die Frage, wie man Arbeitsplätze schützen bzw. neu schaffen kann. Hier treffen zwei Modelle aufeinander: Das derzeitige Kurzarbeitsmodell und die von der SPÖ geforderte freiwillige Arbeitszeitverkürzung auf 80 Prozent bei 95 Prozent des Netto-Einkommens. Die Kosten hierfür sollen sich Unternehmen, Arbeitnehmer und AMS zu jeweils einem Drittel teilen.

Laut der SPÖ-Abgeordneten Julia Herr sei die Einführung der sogenannten Vier-Tage-Woche "am besten ab Morgen" der einzige Weg aus der Krise, berichtet das Ö1-Morgenjournal.

Für eine Arbeitszeitverkürzung sind auch die Grünen, doch der Koalitionspartner im Bund hat hierfür kein offenes Ohr. "Die ÖVP Ist leider noch nicht so weit, dass sie sich dieser Frage annähern will", sagt der Grüne Sozialsprecher Markus Koza im Morgenjournal.

Konkret wollen die Grünen ein Modell der Arbeitszeitverkürzung, dass es schon seit 1997 gibt, forcieren oder weiterentwickeln: Beim sogenannten Solidaritätsprämienmodell ist vorgesehen, dass es eine Förderung vom AMS gibt, wenn ein Arbeitnehmer seine Arbeitszeit reduziert und im Gegenzug eine arbeitslose Person eingestellt wird. Dieses Angebot wurde in der Vergangenheit allerdings nur selten angenommen. Es sei kein großer, allgemeiner Wurf, sagt Koza, aber es sei ein Schritt in die richtige Richtung und ein Angebot.

Wenn man eine Arbeitszeitverkürzung will, wird man nicht ohne Zwang auskommen, sagt Franz Schellhorn von der Denkfabrik "Agenda Austria" im Morgenjournal. Das Solidaritätsprämienmodell sei kaum angenommen worden, das würde sich auch jetzt nicht ändern.

Ist die Kurzarbeit ein probateres Mittel? Es komme darauf an, wie lange man sie einsetzen würde, sagt Schellhorn.

Eine Arbeitszeitverkürzung, wie sie die SPÖ vorschlägt, würde hingegen die österreichische Wirtschaft, die "ohnehin schon am Boden liegt" weiter schwächen, da die Produktion in andere Länder ausgelagert würde oder die Betriebe die höheren Kosten an ihre Kunden weitergeben. Das Modell gerade jetzt zu forcieren, wäre "verheerend", sagt Schellhorn.

Wenn Unternehmer ein Drittel der Kosten übernehmen müssten, würde das zu fünf Prozent mehr Kosten auf Arbeitgeberseite führen. Um das zu verkraften bräuchte es allerdings sieben krisenfreie Jahre. "Und das ist derzeit nicht in Sicht".

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