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Politik Inland
04/09/2021

Anschober nächste Woche wieder da, seine Gesundheit sorgt intern für Debatte

Der Gesundheitsminister behandelt seine Gesundheit als Privatsache. Jetzt, im zweiten Krankenstand, finden aber manche in der Partei, er solle sagen, was Sache ist. Nächste Woche will er zurückkehren.

von Raffaela Lindorfer

Gesundheitsminister Rudolf Anschober ist im Krankenstand, kommende Woche wird er wieder im Dienst sein, bestätigte sein Büro am Freitag wissen.

Offen ist aber, wann genau: Montagnachmittag findet ein "kleiner U-Ausschuss" zu den Corona-Beschaffungen der Regierung statt. Diesen Auftritt hat Anschober bereits abgesagt. Der Minister soll stattdessen am 27. April im kleinen U-Ausschuss Auskunft geben.

Mit der Klarstellung, dass Anschober in den nächsten Tagen wieder im Amt erwartet wird, tritt man auch den zuletzt aufkeimenden Rücktrittsgerüchten entgegen. Die Erkrankung des Ministers sorgt deswegen für Gesprächsstoff, weil Anschober bereits Anfang März rund eine Woche krankheitsbedingt ausgefallen war und sich auch damals wegen einer Kreislaufschwäche für eine Woche zu einem Check in Spitalsbeobachtung begeben hatte. Anschobers Gesundheitszustand ist auch deshalb Thema, weil er vor acht Jahren eine Burnout-Erkrankung mit monatelanger Auszeit überstehen musste.

Was fehlt ihm wirklich?

Wie es ihm geht, wissen offenbar nicht einmal seine Parteifreunde. „Kreislaufschwäche vielleicht“, heißt es gegenüber dem KURIER. Er habe zuletzt müde, erschöpft gewirkt und gescherzt, er brauche wohl wieder einmal Urlaub.

Laut Vizekanzler Werner Kogler war er zur Untersuchung im Spital. "Er hatte Kreislaufprobleme - mehr will ich aber nicht dazu sagen", so Kogler. Anschobers Pressesprecher ergänzte, dass er sich nicht im Spital befinde. Nachdem Anschober nun zum zweiten Mal binnen weniger Wochen ausfällt, ist die Sorge groß, man könnte ihn – mitten in der Pandemie – als „nicht belastbar“ ansehen.

Gerade deshalb meinen Stimmen in der Partei, es sei an der Zeit, dass Anschober sagt, was Sache ist. Bei Fragen nach seinem Zustand blieb er bisher vage – er sieht das als seine Privatangelegenheit an.

Sigrid Pilz als Nachfolgerin?

Andererseits ist Anschober eine politische Schlüsselfigur in der Corona-Bekämpfung, trägt enorme Verantwortung als Gesundheitsminister. Seine eigene Gesundheit ist da durchaus ein Faktor. Ein Grün-Mandatar sagt: „Nach seiner Rückkehr muss er transparenter kommunizieren als bisher.“

Die „Intransparenz“ bereitet den Boden für Ablöse-Gerüchte: So kursiert der Name der Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz. Von der aktiven Politik hat sich die Ex-Grüne aber bereits vor einiger Zeit verabschiedet.

Fest steht für Anschobers Umfeld: Er will nicht gehen – und sei „mit Leib und Seele“ Minister. Viele in der Partei würden ihn zudem gerne als Nachfolger von Bundespräsident Alexander Van der Bellen sehen.

Anmerkung: Dieser Artikel wurde am Freitag um15.54 Uhr aktualisiert.

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