Politik | Inland
06.10.2018

Andreas Schieder Top-Favorit als EU-Spitzenkandidat

Turbulenzen in der SPÖ reißen nicht ab.

Nach dem Rückzug von Parteichef Christian Kern aus der Politik und der Absage der EU-Spitzenkandidatur ist Andreas Schieder Top-Favorit für die EU-Wahl am 26. Mai 2019.

Schieder ist gerade erst von der designierten Parteichefin Pamela Rendi-Wagner als geschäftsführender Klubobmann im Nationalrat abgelöst worden. Jetzt soll er die SPÖ in die EU-Wahl führen. Das wurde in der  SPÖ-Zentrale  am Rande der Kern-Erklärung dem KURIER inoffiziell von auskunftsberechtigter Stelle gesagt.

Schieder selbst ist nach KURIER-Recherchen zur Spitzenkandidatur bereit. Er hat sich seit Tagen darauf eingestellt, weil ohnehin unsicher war, ob Kern wirklich antreten würde.

Für Vorarlbergs SPÖ-Chef Martin Staudinger ist Andreas Schieder nach dem Rückzug Christian Kerns als Spitzenkandidat für die Europawahl "sehr sehr gut vorstellbar". Dies sagte Staudinger im APA-Gespräch. "Ich halte ihn aufgrund seiner europa- und außenpolitischen Kompetenz für sehr gut geeignet", meinte der Vorarlberger Vorsitzende.

Die Partei verfüge aber darüber hinaus über einen "Pool an guten Kandidaten", betonte Staudinger, der Ende September zum Vorsitzenden der Ländle-SPÖ gewählt worden war. Bei der Präsidiumsklausur am Sonntag werde jedenfalls über diese Frage beraten. Eine Entscheidung müsse dabei aber nicht unbedingt fallen. Die Sozialdemokratie könne sich durchaus etwas Zeit lassen - schließlich sei auch bei den anderen Parteien die Spitzenkandidaten-Frage noch offen.

Für den Rückzug Kerns zeigte Staudinger Verständnis: "Ich kann die persönlichen Gründe, die er genannt hat, nachvollziehen". Er könne verstehen, dass sich der Altkanzler manche Dinge, die mit der politischen Tätigkeit offenbar einhergehen würden, "nicht mehr antun" will.