Warum Babler und Hanke wohl bald aus ihren Büros ausziehen werden

Das Bundesamtsgebäude in der Radetzkystraße ist dringend sanierungsbedürftig. Derzeit wird über den Fahrplan der Renovierung verhandelt.
Bundesamtsgebaude  Radetzkystraße 2

Es ist gerade einmal etwas mehr als ein Jahr her, dass Andreas Babler und Peter Hanke (beide SPÖ) als Vizekanzler bzw. Infrastrukturminister ihre Büros im Bundesamtsgebäude beziehen durften. Mittlerweile müssen sie sich schon wieder Gedanken darüber machen, ihren Arbeitsplatz in der Radetzkystraße (Wien-Landstraße) räumen zu müssen. 

Schuld daran sind freilich nicht etwaige innenpolitische Verwerfungen. Vielmehr muss das in den 1980er-Jahren unweit des Donaukanals mit seiner markanten grün-blauen Fassade errichtete Regierungsgebäude dringend generalsaniert werden. 

Dass das erforderlich ist, darauf deutet schon das Gerüst im Erdgeschoß hin. Es wurde bereits vor einigen Monaten als Sicherheitsmaßnahme aufgestellt - ist doch die Fassade mittlerweile in einem derart baufälligen Zustand, dass einzelne Glasplatten nach unten zu stürzen drohen. 

Bundesamtsgebaude  Radetzkystraße 2

Es geht dem Vernehmen nach aber nicht nur um die Sicherheit. Das wegen seines Grundrisses auch "Oktoneum" genannte Gebäude, das vom Architekten Peter Czernin geplant wurde, bedarf auch einer thermischen Sanierung und eine zeitgemäße Raumaufteilung.

Ehemalige Postsparkasse in Wien

Das bedeutet, dass sich die dort beheimateten Ministerien – dazu gehören unter anderem auch Teile des Gesundheitsressorts – wohl um eine vorübergehende neue Bleibe für ihre Mitarbeiter umschauen müssen. Kolportiert wurde zuletzt, dass etwa Hanke mit seinem Ministerium in die nahegelegene Postsparkassen-Gebäude ziehen könnte, das ebenfalls zur Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) gehört. Bestätigen will man das im Hanke-Ressort nicht, man sei längst noch nicht soweit, dass man eine Entscheidung über das Ersatzquartier getroffen hätte. 

Infrastrukturminister Peter Hanke

Noch laufen intensive Gespräche zwischen den Ministerien und dem Vermieter – der zur BIG gehörigen ARE. Wann der Auszug und die wohl etwa fünf Jahre dauernde Sanierung starten, ist derzeit noch völlig offen. Ursprünglich sei dafür das Jahr 2028 angepeilt gewesen, doch das werde sich nicht mehr ausgehen, heißt es aus Regierungskreisen. 

Bei der ARE gibt man sich angesichts dieser frühen Projektphase wortkarg: "Eine Generalsanierung ist angedacht und wir sind dazu im Austausch mit den Mietern“, sagt eine Sprecherin. "Wenn es dazu kommt, wird ein temporärer Auszug erforderlich sein.“

"Ugly Vienna Tour"

Was das Projekt jedenfalls verkompliziert, ist der Umstand, dass das Gebäude mittlerweile unter Denkmalschutz steht. Seit Jahren machen auch geführte Stadttouren vor dem Büroturm Station. Die "Ugly Vienna Tour“ bringt Interessierten augenzwinkernd die Bausünden der Stadt nahe. So würde es nicht überraschen, dass Babler, Hanke und ihre Mitarbeiter lieber heute als morgen ausziehen wollen. 

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