Nach einer kurzen Entlastung wird der Ansturm in Spielfeld wieder steigen

© KURIER/Wilhelm Theuretsbacher

Ansturm
11/10/2015

8000 Flüchtlinge pro Tag in Spielfeld erwartet

Ruhige See und das Ende des griechischen Fährenstreiks lösen eine neue Welle von Asylwerbern aus.

Beim Krisenstab im Innenministerium richtet man sich auf eine neue Flüchtlingswelle ein, die pro Tag 8000 Flüchtlinge an die Südgrenze bringen könnte – ausgelöst durch frühlingshafte Wetterbedingungen in der Ägäis und durch das Ende des Fährenstreiks in Griechenland.

Von Freitag bis Sonntag trafen in Kroatien 10.295 Flüchtlinge und Migranten ein. Im selben Zeitraum wurden von den Kroaten nach Slowenien 11.700 Migranten weitergeleitet. Menschen, die natürlich über Österreich nach Deutschland fahren wollen. Am Grenzübergang Spielfeld kamen am Sonntag aber nur rund 2.100 Menschen nach Österreich. Eine Zahl, die schon routinemäßig abgefertigt werden kann.

Neue Welle

Zu diesem Zeitpunkt war aber in Serbien bereits die Spitze einer neuen, viel größeren Welle unterwegs, die beim heimischen Krisenstab mit Besorgnis beobachtet wird. Ausgelöst wurde diese Massenbewegung durch angenehme Temperaturen von bis zu 20 Grad und stark abflauendem Wind in der Ägäis. Dieses Wetter begünstigt wieder das Übersetzen von der Westtürkei auf die ostägäischen Inseln. Neben Schlauchbooten werden vereinzelt auch kleine Fischkutter genutzt. Mindestens sieben Menschen ertranken in den letzten Tagen. Die Küstenwachen Griechenlands und der Türkei retteten mehrere Hundert Migranten aus teilweise absichtlich Leck geschlagenen Booten.

Wegen des zweitägigen Fährenstreiks kam es auf den Inseln zum kurzfristigen Stau. Die Seeleute hatten gegen die Kürzung ihrer Pensionen, sowie neue Regeln, die die Zahl der Besatzungsmitglieder auf den Fähren reduzieren, gestreikt. Freitag wurden die Flüchtlingstransporte mit den Fähren zum Festland wieder aufgenommen. Bis Sonntag wurden insgesamt 21.926 Migranten in den griechischen Häfen Piräus und Kavala an Land gebracht. Sie wurden umgehend in Autobusse gesetzt und zum Grenzübergang Idomeni an die mazedonische Grenze gebracht.

Transitlager

Mehr als 200 Busse soll die griechische Regierung für den Flüchtlings-Transfer eingesetzt haben. In der Nacht zum Montag zählten Aktivisten etwa 20.000 Migranten im Raum Idomeni und in der mazedonischen Grenzstadt Gevgelija. Die Warteschlange zum Transitlager Idomeni soll in der Nacht zum Montag eine Länge von 1,5 Kilometer gehabt haben.

Noch in derselben Nacht traf die erste Spitze der Welle mit 6000 Personen in der fast 200 Kilometer entfernten serbischen Stadt Presovo ein. Nachdem der serbische Verteidigungsminister Bratislav Gasic Sonntag erklärte, dass man keine Zäune bauen und die Armee nicht einsetzen wolle, wird davon ausgegangen, dass die Serben die neuen Flüchtlinge so rasch wie möglich durchwinken wollen.

Südgrenze

Berechnungen im österreichischen Innenministerium, bei denen die bisherigen Erfahrungen mit Kroatien und Slowenien berücksichtigt werden, gehen nun davon aus, dass ab dem Eintreffen der Flüchtlingswelle pro Tag 8000 Flüchtlinge am steirischen Grenzübergang Spielfeld und per Bahn nach Rosenbach bei Villach in Kärnten gebracht werden. Wann das sein wird, kann nicht genau prognostiziert werden. Polizeisprecher Fritz Grundnig in Spielfeld vermutet, dass es am Dienstag losgehen könnte. Wie lange die neue Welle anhalten wird, weiß niemand. Die Wetterprognosen für die kommenden acht Tage in der West-Türkei: 19 Grad und wolkenlos.

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