Politik | Inland
28.03.2017

300 Arbeitslose sollen in Schulsekretariaten arbeiten

Sozialministerium fördert 20.000 Jobs für Langzeitarbeitslose. Der Haken: Die Jobs sind befristet.

20.000 Über-50-Jährige, die länger als ein Jahr arbeitslos sind, sollen in Gemeinden eine Beschäftigung finden. Das Sozialministerium lässt sich die "Aktion 20.000" pro Jahr 200 Millionen Euro kosten.

Ein solcher Arbeitsplatz kostet zwar durchschnittlich 27.000 Euro. Dieselbe Person würde sonst jährlich mit 17.000 Euro an Arbeitslosengeld ohne Gegenleistung für den Staat im Budget zu Buche schlagen.

Sozialminister Alois Stöger sieht Handlungsbedarf: Die Zahl der älteren Langzeitarbeitslosen hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. 2012 waren es 17.275, 2016 schon 50.088.

Programm läuft vorerst zwei Jahre

Das Paket dürfte unter anderem bei Pflichtschulen Anklang finden. Die Förderung ist nur für Stellen gedacht, die es sonst nicht geben bzw. für Arbeit, die sonst liegenbleiben würde. So könnten jetzt die notorisch unterbesetzten Schulsekretariate aufgestockt werden – für die Gemeinden praktisch zum Nulltarif. Die Stellen werden vom Bund teilweise bis zur Gänze gefördert. In den österreichweit 4550 Pflichtschulen könnten laut Ministerium 300 Stellen geschaffen werden.

Das Programm ist vorerst auf zwei Jahre – bis nach der geplanten Nationalratswahl 2018 – befristet.

Der Gemeindebund ist mit an Bord – Arbeit gebe es genug, heißt es dort. Die einzige Sorge: „Es könnten falsche Erwartungen geweckt werden. Wir können kaum jemanden fix übernehmen“, sagt ein Sprecher. Derzeit gebe es in den Städten und Gemeinden (ohne Wien) rund 73.000 Bedienstete. Für mehr sei langfristig kein Geld da.

Erste Modellregionen in den Ländern sollen im Juli starten, ab 2018 läuft die Aktion dann österreichweit.