Schaden (li.) sparte zuletzt nicht mit Kritik an SPÖ-Chef Steidl (re.).

© APA/FRANZ NEUMAYR

Salzburg
10/21/2013

2000 Euro Extra-Gage für SPÖ-Landeschef

Beschluss nach langer Diskussion: Walter Steidl bekommt eine monatliche Aufwandsentschädigung.

von Raffaela Lindorfer

Intensiv, kritisch, aber letztendlich positiv verlief die Diskussion um eine Extra-Gage für den Salzburger SPÖ-Landesparteivorsitzenden Walter Steidl bei der Vorstandssitzung Montagabend.

Das Ergebnis: Steidl bekommt eine monatliche Aufwandsentschädigung von 2000 Euro brutto für seine ehrenamtliche Tätigkeit als Parteichef. Das von einer Arbeitsgruppe erstellte Modell wurde mehrheitlich im Vorstand angenommen.

„Es freut mich, dass wir nun eine nachhaltige Lösung für die Zukunft gefunden haben. Der Vorsitz fordert meinen vollen Einsatz“, ist Steidl erleichtert.

Wie berichtet, hatte Steidl zusätzlich zu seinem monatlichen Bruttogehalt von 7752 Euro als Klubchef im Landtag eine Draufgabe für den Parteivorsitz gefordert. Das sei zwar unüblich, aber notwendig geworden. Die SPÖ ist zum ersten Mal in der Historie nicht mehr in der Regierung. Als Oppositionsführer wollte Steidl mit den Regierungsmitgliedern auf Augenhöhe arbeiten und dafür auch entsprechend entlohnt werden.

Der Wirbel, den er damit ausgelöst hat, dürfte ihn überrascht haben. Sogar innerparteilich hagelte es Kritik. So äußerte sich Bürgermeister Heinz Schaden, er sei über die Diskussion „nicht glücklich“, mach ein Funktionär soll sogar mit einem Austritt gedroht haben. Steidl sprach von einem „Heckenschützen“ in der Partei, der Falschinformationen nach Außen getragen habe. Von einer „infamen Intrige“, einer „Neiddebatte“ und er lasse sich nicht aus dem Amt ekeln.

Die Wogen konnten bei der Sitzung schlussendlich geglättet worden, zeigt sich Steidl erleichtert. „Ich bin mir des Rückhalts der Abgeordneten im Landtag und des Vorstands sicher“, sagt er.

Dabei sah die Lage Montagfrüh alles andere als rosig aus. Die Kronen Zeitung berichtete, dass Steidl längst eine Aufwandsentschädigung bekommt – und zwar seit August und nicht erst seit dem Landesparteitag am 5. Oktober. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine Arbeitsgruppe mit einem Modell beauftragt.

Dabei handle es sich um eine Akonto-Zahlung, die von der Geschäftsführung abgesegnet worden sei, erklärt Klubsprecher Christian Gredler: „Walter Steidl hatte den Sommer über Ausgaben, die vorübergehend gedeckt werden mussten. Das ist statutarisch möglich. Die Zahlungen wurden jetzt im Nachhinein genehmigt.“

Schützenhilfe bekam Steidl unter anderem von der zweiten Landtagspräsidentin Gudrun Mosler-Törnström: „Steidl muss die SPÖ wieder auf Kurs bringen. Wir wollen wieder in die Regierung. Das ist eine Riesenaufgabe. Wir wollen, dass er akkurat entlohnt wird.“

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare