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Politik Inland
06/15/2020

1-2-3-Klimajahresticket: Nur 820 € für Senioren und Jugendliche

Erstmals Konferenz mit allen Verkehrsverbünden im Ministerium mit Details zum neuen "Österreichticket".

von Martin Gebhart , Bernhard Gaul

Ab 2021 wird es ein Jahresticket für alle Öffis und Zugverbindungen in Österreich geben, bekanntlich um 1.095 Euro oder drei Euro pro Tag.

Bisher nicht bekannt war, dass es Vergünstigungen bei diesem Klimaticket geben soll: Für „Junioren bis 25,99 Jahre“ als auch für Senioren über 64 Jahre wird es einen reduzierten Tarif von 820 Euro (Rabatt von 25 Prozent) geben.

Kunden sollen zudem ein Zusatzticket kaufen können, um in Begleitung von bis zu vier Kindern unter 15 Jahren reisen zu können. Der Aufpreis läge dann bei 10 Prozent der Normalkosten, also bei 109 Euro. Und es wird möglich sein, dass man zusätzliche Produkte zum Ticket kaufen kann, etwa Sitzplatzreservierungen oder eine 1. Klasse-Aufzahlung.

Wie die Klimaticket-Jahreskarte aussehen wird, steht noch nicht fest, sie wird aber ein Scheckkartenformat mit einem Foto haben.

Das alles wurde am Montag im Verkehrsministerium den Vertretern der sieben Verkehrsverbünde (Wien, NÖ und Burgenland sind gemeinsam im Verkehrsverbund Ostregion VOR), der vier Stadtverkehrsunternehmen und den Vertretern der Bahn (ÖBB und Westbahn) erstmals bekannt gegeben. Verkehrs- und Klimaministerin Leonore Gewessler hatte zu dem Termin geladen.

Thema war das „Herzensprojekt“ der Ministerin, das Klimajahresticket: Um einen Euro am Tag für ein Bundesland, für zwei Euro am Tag für zwei Bundesländer und für drei Euro am Tag in allen neun Bundesländer.

Bekanntlich wird vorerst nur das „große“, 3-Euroticket kommen. Warum, das wurde bei der Konferenz rasch klar: Es ist alles sehr kompliziert.

Einige Ländervertreter fühlten sich vor den Kopf gestoßen, hatte Gewessler doch eine Einigung auf das Österreich-Ticket vor wenigen Tagen so nebenbei fallen lassen. Ohne Absprache.

„Unprofessionell“

Die gab es an diesem Montag auch nicht, was viele Konferenzteilnehmer irritierte. Zu Beginn begrüßte die Ministerin zwar alle Teilnehmer, sie musste dann aber gleich wieder gehen – wegen der Regierungsklausur (siehe links).

Nicht besser wurde die Stimmung, nachdem der zuständige Ministerialbeamte den Ländervertretern dann mehrere Abgeltungsmodelle präsentierte. Als größte Hürde bleibt ja, wie die Einnahmen aufgeteilt werden. Gezeigt wurden komplizierte Formeln, wonach einberechnet wird, wie viele Tickets jeweils 2019 verkauft wurden, wie viele Anschlussmöglichkeiten vorhanden sind und wie viele Kilometer pro Fahrgast im Schnitt gefahren werden.

Fragen der Gäste waren an diesem Montag nicht zugelassen. Diese konnten nur schriftlich abgegeben werden, Diskussion gab es keine.

„Unprofessionell“, murrten dem Vernehmen nach einige nach Ende der Präsentation. Zudem könnte es rechtliche Probleme geben, schließlich greift die Bundesregierung in Kompetenzen ein, die klar bei den Ländern sind – etwa beim Fahrpreis.

Offenbar rechnet die Ministerin aber damit, dass zum Schluss doch alle mitmachen werden. „Ich freue mich sehr, dass wir eines meiner persönlichen Herzensprojekte nun so rasch umsetzen können“, ließ sie nach dem Termin ausrichten. Es wird sich zeigen, ob das die Landesregierungen zum Schluss auch so sehen. 

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