Hochegger bastelte 2004 an Stronach-Partei

Peter Hochegger
Foto: APA Lobbyist Hochegger empfahl Stronach Karl-Heinz Grasser als Spitzenkandidaten aufzustellen. Doch KHG fiel durch.

Der Milliardär wollte bereits bei der Nationalratswahl 2006 antreten. Das Lobbyisten-Duo Hochegger und Meischberger ließ er ein Konzept ausarbeiten.

Peter Hochegger macht wieder einmal von sich reden. Nicht in Sachen BUWOG oder Telekom (wegen dieser Affären wird ja gegen den Lobbyisten ermittelt). Jetzt geht es um Frank Stronach. In Protokollen hat Hochegger laut News festgehalten, dass der austro-kanadische Milliardär bereits bei der Nationalratswahl 2006 mit einer eigenen Partei kandidieren wollte. Ende 2004 seien er, Hochegger, und Walter Meischberger von Peter Westenthaler, jetzt Vizeklubchef des BZÖ, beauftragt worden, ein Konzept zu erstellen. Hochegger hat das dem KURIER bestätigt.

Das Lobbyisten-Duo riet dem austro-kanadischen Milliardär, keine Partei zu gründen, sondern ein "Bündnis für Österreich". Stronach hätte "geistiger Übervater" sein sollen. Als Spitzenkandidat empfahlen die Berater ihren Spezi, den damaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Dieser Plan wurde aber bald ad acta gelegt. Stronachs Leute ließen abtesten, welche Wahlchance das Bündnis mit KHG hätte. Das Ergebnis war ernüchternd: Fast drei Viertel der Österreicher hielten nichts von Grasser als Frontmann der neuen Bewegung. "Der Karl-Heinz ist verbraucht", urteilte Stronach. Mangels zugkräftiger Alternativ-Kandidaten wurde nichts aus dem Polit-Projekt.

Geschneidert

Frank Stronach, Jörg Haider Foto: Gert Eggenberger Hocheggers Parteikonzept für Frank Stronach (l.) landete später bei Jörg Haiders BZÖ.

Stronach äußerte sich gestern nicht zu Hocheggers Enthüllungen. Auch von Grasser gab es keinen Kommentar. Peter Westenthaler, der Ende 2004 bei Stronachs Magna werkte, sagte dem KURIER: "Ich schließe nicht aus, dass Hochegger ein Konzept geschneidert und es verschiedenen Stellen angeboten hat. Ich kenne es aber nicht und habe nichts dazu beigetragen." Laut Hocheggers Aufzeichnungen landete dieses Konzept einige Zeit später bei einem anderen Bündnis: beim BZÖ, das Jörg Haider nach der Spaltung von der FPÖ im April 2005 präsentierte. Westenthaler habe es weitergereicht; dafür sei er "mit der Position des BZÖ-Spitzenkandidaten belohnt" worden, protokollierte Hochegger. Westenthaler dementiert das: "Da ist mit jemandem die Fantasie durchgegangen."

Auch Haiders einstiger Vertrauter Stefan Petzner bestreitet, dass Stronach den Orangen bei der Geburt geholfen hat: "Ich war dabei, als in Haiders Haus die Gründung des BZÖ besprochen wurde. Da wurden Parteiname, -farbe und die Stoßrichtung festgelegt." Es habe aber noch kein detailliertes Konzept gegeben. Ein anderer BZÖ-Mann befindet lediglich: "Jörg Haider hatte es nicht notwendig, Konzepte von anderen zu nehmen. Die hatte er selber."

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(KURIER / Maria Kern, Karin Leitner) Erstellt am
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