Politik 05.12.2011

Happy Feet rutscht in die Freiheit

© Bild: APA/NIWA HANDOUT

2000 Kilometer Weg hat der verwirrte Kaiserpinguin nun vor sich. Der Sprung in den offenen Ozean fiel ihm nicht leicht.

Von jetzt an muss es Happy Feet alleine zurück in die Antarktis schaffen. Der Kaiserpinguin, der sich im Juni nach Neuseeland verirrt hatte, wurde am Sonntag vom Forschungsschiff "Tangaroa" in die Freiheit entlassen. 2000 Kilometer hat er auf dem Weg in seine alte Heimat noch vor sich. In den vergangenen Monaten war der Pinguin nach mehreren Operationen im Zoo von Wellington gesund gepflegt worden.

Happy Feet blickt auf den Ozean - offenbar ohne rechte Vorfreude.
© Bild: APA/NIWA HANDOUT

Um seine kalte und komfortable Kiste an Bord der "Tangaroa" zu verlassen, habe Happy Feet "etwas liebevolle Unterstützung" gebraucht, sagte die Tierärztin Lisa Argilla, die den Pinguin in den letzten Monaten behandelt hatte. Wegen der rauen See wurde er auf einer eigens für ihn gebauten Rutsche hinterrücks ins Wasser befördert. Der Pinguin ist mit einem satellitengestützten Ortungssystem ausgestattet; auf der Website http://www.nzemperor.com kann seine Reise mitverfolgt werden.
"Es ist ein unbeschreibliches Gefühl zu sehen, wenn ein Patient endlich freigelassen wird", sagte Argilla. "Bitte Richtung Süden schwimmen!", gab sie ihm noch mit auf den Weg.

Fettreserven

Der Kaiserpinguin war Mitte Juni überraschend an einem Strand in Neuseeland aufgetaucht, rund 3000 Kilometer von der Antarktis entfernt. Kurz darauf verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, so dass er in den Zoo von Wellington gebracht werden musste. In Neuseeland ist es viel zu warm für einen Kaiserpinguin, der arktische Kälte gewohnt ist. Das nach dem Pinguin-Animationsfilm "Happy Feet" benannte Tier hatte daher irrtümlich Sand gefressen - in der Antarktis fressen Pinguine Schnee, wenn ihnen zu warm wird.

Nach mehreren medizinischen Eingriffen konnte Happy Feet mit einer Diät aus Fischshakes wieder aufgepäppelt werden. Das etwa dreieinhalb Jahre alte Tier nahm seitdem vier Kilogramm zu und hat nun mit seinen 27,5 Kilogramm wohl ausreichend Fettreserven, um die anstrengende Reise zu meistern.

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Erstellt am 05.12.2011