"Hätte alles von diesem Mann akzeptiert"

DSK muss seiner Frau mehr als einen Seitensprung beichten.
Foto: Reuters

Eine heute 38-Jährige hatte Ende der 1990er Jahre eine Liebesbeziehung mit Dominique Strauss-Kahn. Die Affäre endete mit einem Selbstmordversuch.

Eine weitere Affäre illustriert zurzeit den grenzwertigen Umgang von Dominique Strauss-Kahn mit jungen Frauen. Marie-Victorine, eine heute 38-jährige Juristin, unterhielt nach eigenen Angaben Ende der 1990er-Jahre eine geheime Liebesbeziehung mit DSK, die in einem - gescheiterten - Selbstmordversuch endete.

Die junge Frau, die heute in den USA lebt, war vom Anwalt der New Yorker Hotelbediensteten Diallo kontaktiert worden. Sie erteilte dem Anwalt aber eine Abfuhr: "DSK war mir gegenüber nie gewalttätig, weder physisch noch verbal. Er war meine erste große Liebe, auch wenn er mich enorm gekränkt hat."

Kennengelernt hatte sie DSK bei einem Empfang im Rathaus der Pariser Vorstadt Sarcelles. Ihr Vater, André M'Bissa, ein Franko-Kongolese, war dort SP-Aktivist, DSK Bürgermeister.
Nachdem sich Strauss-Kahn abrupt von der damals 22-Jährigen getrennt hatte, unternahm sie ihren Selbstmordversuch. Der Vater stieß auf einen Abschiedsbrief, in dem es hieß: "Du hast als mein Vater alles getan, um mich zu schützen, mach Dir daher keine Vorwürfe. Ich bin es müde, den Eindruck zu erwecken, als wäre ich glücklich, während ich mich wie ein toter Vogel fühle. Ich glaube, dass er (DSK) mich hasst. Ich hätte alles von diesem Mann akzeptiert. Ich bitte Dich um einen letzten Dienst: Sage Dominique, dass er mich sehr glücklich gemacht hat, ich wünsche ihm, dass das Leben künftig mit ihm großzügig umgeht."

Die Tochter hatte dem Vater eine Telefonnummer hinterlassen, und als dieser anrief, hob DSK ab: "Er hat mir ein paar Augenblicke zugehört und dann abgehängt", behauptet der Vater.
Der Vater, der mittlerweile zu einer bürgerlichen Partei übergewechselt ist, erhebt jetzt einen neuen Vorwurf: Als die Affäre um DSK in New York aufflog, habe ihn der Vizebürgermeister von Sarcelles aufgesucht und ihm Geld geboten, wenn er dafür sorge, dass seine Tochter nicht an die Öffentlichkeit trete.
Dieser Politiker, gegen den eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Zeugenbestechung läuft, behauptet hingegen, der Vater, dessen Haus vor einigen Jahren gepfändet wurde, habe von der Stadtverwaltung fünf Millionen Euro erpressen wollen.

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(kurier) Erstellt am
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