Politik
01.06.2017

George Soros: "Orban hat in Ungarn Mafiastaat etabliert"

Milliardär attackiert Ungarns Premier heftig, sieht Propaganda-Kampagne gegen sich und seine Universität.

Mit heftigen Worten hat der aus Ungarn stammende US-Milliardär George Soros seinen politischen Kontrahenten im Streit um die Central European University in Budapest, Premier Viktor Orban, kritisiert. Orban will die von Soros gegründete Universität aus Ungarn vertreiben und hat ihr die Lizenz entzogen.

"Der Widerstand, auf den Orban in Ungarn stößt, muss ihn genauso überrascht haben wie mich", sagte Soros als Redner beim Brüsseler Wirtschaftsforum. "Er wollte seine Politik als persönlichen Konflikt zwischen uns einrahmen und hat mich zur Zielscheibe seiner unnachgiebigen Propagandakampagne gemacht."

Schäbiger Spekulant?

Orban wolle sich als "Retter der ungarischen Souveränität" positionieren und habe ihn deshalb als "schäbigen Währungsspekulanten" porträtiert, der Europa mit Geld überschwemme. Und Orban unterstelle ihm, dass auch illegale Immigranten Teil dieser "vagen, aber niederträchtigen Verschwörung" seien.

Er sei das genau Gegenteil, sagte Soros und stolz darauf, die Universität gegründet und finanziert zu haben, die sich heute sowohl Orbans als auch seinem eigenen Einfluss widersetzt. Er selbst habe dadurch gelernt, dass sich Demokratie nicht von außen verordnen lasse. "Sie muss von den Menschen selbst verteidigt werden."

Orbans "Mafia-Staat"

Deshalb sei er voller Bewunderung für die couragierte Art, wie die Ungarn "der Täuschung und Korruption des Mafia-Staates widerstehen, den Orban errichtet hat."