Politik
30.12.2011

Feuer auf Atom-U-Boot unter Kontrolle

Russland: Die "Jekaterinburg" war bei Reparaturarbeiten in Brand geraten. Mindestens neun Verletzte.

Russische Einsatzkräfte haben den Brand auf dem Atom-U-Boot " Jekaterinburg" in Murmansk nach mehr als neunstündigem Einsatz offiziellen Angaben zufolge unter Kontrolle gebracht. "Das Feuer ist lokalisiert worden", sagte Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu am Freitagmorgen im Einsatzzentrum in Moskau. Den Behörden zufolge ist bei dem Brand keine Radioaktivität ausgetreten.

Das in einer Werft liegende U-Boot wurde im Laufe der Nacht von den Einsatzkräften teilweise versenkt. Zudem wurde es von Hubschraubern aus mit tonnenweise Wasser überschüttet. Damit konnte offenbar das Ausmaß des Feuers eingedämmt werden. Die Behörden schalteten zudem den Atomreaktor an Bord ab, der das Boot mit Energie versorgt und entfernten alle Waffen.

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dapdIn this framegrab image from Ru-RTR Russian state channel, smoke rises from a dock where the Yekaterinburg nuclear submarine is for repairs at the Roslyakovo shipyard in the Murmansk region, Russia, Thursday, Dec. 29, 2011. A massive fire engulfed a R

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REUTERSFirefighters work to extinguish fire at the Roslyakovo shipyard in the northern Russian region of Murmansk, in this still image taken from video, December 29, 2011. A fire broke out aboard a Russian nuclear submarine docked at a shipyard in norther

REUTERSA view shows Roslyakovo shipyard in the northern Russian region of Murmansk in this June 19, 2006 file photo. A fire broke out aboard a Russian nuclear submarine docked at a shipyard in northern Russia on Thursday, the Emergency Ministry said. It s

REUTERSFirefighters work to extinguish fire at the Roslyakovo shipyard in the northern Russian region of Murmansk, in this still image taken from video, December 29, 2011. A fire broke out aboard a Russian nuclear submarine docked at a shipyard in norther

dapdIn this Thursday, Dec. 9, 2010 photo the Yekaterinburg nuclear submarine is in Gadzhiyevo in the Murmansk region of Russia. A massive fire engulfed a Russian nuclear submarine at an Arctic shipyard Thursday, but there has been no radiation leak, or in

dapdIn this Thursday, Dec. 9, 2010 photo the Yekaterinburg nuclear submarine is in Gadzhiyevo in the Murmansk region, Russia. A massive fire engulfed a Russian nuclear submarine at an Arctic shipyard Thursday, but there has been no radiation leak, or inju

Verletzte

Die Löscharbeiten forderten letztlich mindestens neun Verletzte. Die Einsatzkräft hätten Rauchvergiftungen erlitten, seien nach der Behandlung im Krankenhaus aber bereits wieder entlassen worden, teilten Behörden am Freitag mit. Die "Jekaterinburg" war am Vortag bei Reparaturarbeiten auf einem Dock in Brand geraten.

Offiziellen Angaben zufolge trat keine Radioaktivität aus und die Strahlenwerte waren im Normbereich. Atomwaffen befanden sich demnach nicht an Bord. Der Reaktor des Schiffes war stillgelegt, wie es hieß. Es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung, teilten die Zivilschutzbehörden mit.

Die Löscharbeiten dauerten Freitag früh noch an. Offene Brandherde gebe es aber nicht mehr, sagte ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums der Agentur Interfax. Der Schaden an dem mit Interkontinentalraketen bestückbaren U-Boot sei so groß, so dass unklar sei, wie lange die Reparatur dauere.

Havarie?

Möglich sei auch, dass das Kriegsschiff völlig aus dem Bestand der Marine genommen werde, sagte ein Mitarbeiter der Untersuchungskommission der Agentur Interfax. Nach Darstellung der Behörden hatte Holz auf dem Werksgelände von Rosljakowo Feuer gefangen, das dann auf die äußere Hülle des Atom-U-Boots übergegriffen hatte. Das Fernsehen zeigte Bilder von riesigen Rauchschwaden, die zum Himmel aufstiegen.

Das U-Boot ist nach Angaben russischer Medien 167 Meter lang und zwölf Meter breit. Die "Jekaterinburg" gehöre zur sogenannten zweiten Generation der sowjetischen Atom-U-Boote, zum Projekt 667-BDRM "Delfin" (Nato-Code: "Delta-IV") und lief 1984 vom Stapel.