Politik
05.12.2011

"Es ist eine ganz große Freude für mich"

Niki Laudas Rückkehr in die katholische Kirche war kein einsamer Entschluss. Das sagen die Männer, mit denen er sich beraten hat.

Es ist die schönste Werbung, die sich Toni Faber, leidenschaftlicher Kämpfer für Wiedereintritte in die katholische Kirche, erträumen konnte: Niki Lauda wird, wie er dem Sonntag-KURIER verraten hat, in den kommenden Tagen wieder in die Kirche eintreten, und er will seine Zwillinge Mia und Max taufen lassen.

Faber, Dompfarrer zu St. Stephan, reagierte auf die Nachricht mit Begeisterung: "Es ist eine ganz große Freude für mich!" Den Grund für den Wiedereintritt kenne er aus vielen Gesprächen mit Rückkehrwilligen: "Es ist oft so, dass die Taufe der Kinder Anlass für den Wiedereintritt in die Kirche ist. Die Ausgetretenen sind zu 99,9 Prozent keine Ungläubigen."
So auch im Fall Lauda. Der ist vor vielen Jahren wegen des Kirchenbeitrags ausgetreten. "Astronomisches" habe man von ihm als Rennfahrer "eintreiben wollen".

Gänzlich überrascht hat Laudas Schritt den Dompfarrer nicht. Faber hatte bereits Grund zur Hoffnung: "Ich war ja Zeuge, als Niki Lauda vor eineinhalb Wochen beim Heurigen von Christian Konrad dazu ermutigt wurde, wieder in die Kirche einzutreten."

Raiffeisen-Generalanwalt Konrad bestätigt, dass dieses Gespräch stattgefunden hat, und freut sich: "Niki hat in vielen Bereichen revoltiert, ich finde es gut, dass er im reiferen Alter wieder konservativer wird und die Werte seiner Familie lebt."

Er selbst wäre nie auf die Idee gekommen, aus der Kirche auszutreten, "obwohl ich mich auch manchmal über das Bodenpersonal ärgere". Aber sein Glaube hänge nicht nur mit der Kirche zusammen.

Kritisch

Lauda sieht das ähnlich und nennt sich selbst den "kritischsten Katholiken überhaupt". Ob er seine Bedenken jenem Seelsorger mitgeteilt hat, mit dem er vergangene Woche
das für den Wiedereintritt notwendige Gespräch geführt hat, wissen nur er und Christian Spalek, Rektor der Wiener Peterskirche. Lauda: "Der war richtig gut und wird sich jetzt für mich einsetzen." Spalek lässt auf Anfrage des KURIER wissen: "Ich freue mich, falls Herr Lauda diese Entscheidung umsetzt."

Einen kleinen Wermutstropfen gibt Dompfarrer Faber zu: "Schade nur, dass er nicht zu mir gekommen ist. Aber ich wollte mich beim Heurigen nicht aufdrängen." Leicht möglich, dass Lauda die Einladung zum Gespräch noch annimmt, ist Faber doch einer jener Kirchenvertreter, die für bessere Anreizmodelle beim Kirchenbeitrag eintreten. Und das interessiert einen Lauda.

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