Politik
29.01.2012

Erbschleicher in Blau

Vom Gewürge der Koalition profitiert nur einer. Obwohl er null fürs Erben leistet.

Der Kanzler nahm jüngst einen neuen Anlauf für die Erbschaftsteuer und legte der ÖVP das deutsche Modell auf den Tisch. Gezielte Finte dahinter: Wozu eine CDU-geführte Regierung Ja sagte, dazu könne der schwarze Vizekanzler nicht einfach Nein sagen. Die ÖVP ruft dennoch nach außen einmal mehr "Enteignung", nach innen tobt sie über die rote "Hinterlist".

Seither ist in der Koalition wieder Feuer am Dach.

Theaterdonner? Existenzkrise? Was immer beim zunehmend unappetitlichen Gewürge ums Sparpaket am Ende herauskommt: Rot und Schwarz haben dieser Tage die letzte Chance, beim Wähler zu punkten – oder ihren tödlichen Ruf als zänkischer Haufen endgültig zu besiegeln.

Die Steiermark zeigt: Die Bürger honorieren, wenn sich zwei beim Sparen endlich wieder zusammenraufen. Sie wissen auch, dass die Milliarden nicht ausschließlich bei Leistungskürzungen des Staates, sondern auch via Mehreinnahmen bei den Leistungsfähigen zu holen sind – inklusive maßvoller Besteuerung von Erbvermögen, zumal dann, wenn der Ertrag in die Bildungszukunft der nächsten Generation investiert wird. Wenn sich Rot-Schwarz am Sparpaket vorsätzlich fahrlässig erwürgt, drängt sich einer als Erbe auf, der bisher zu Recht im Abseits steht – und null dafür geleistet hat.

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