Politik
05.12.2011

Ein Toter bei Sturz in Gletscherspalte

Sonnblick: Ein Mann brach 15 Meter tief ein, konnte aber per Handy Hilfe holen. Als zwei Helfer einbrachen, wurde er verschüttet.

Am Hohen Sonnblick (3105 Meter) an der Grenze zwischen Salzburg und Kärnten ist es am Donnerstag zu einem tragischen Alpinunfall gekommen. Ein Bergsteiger stürzte kurz nach halb elf Uhr Vormittag im Bereich der Pilatus-Scharte rund 250 Höhenmeter unterhalb des Gipfel-Observatoriums in eine rund 20 Meter tiefe und drei bis fünf Meter breite Gletscherspalte. Der Mann - ein 61-jähriger Salzburger - setzte noch selbst per Handy einen Notruf ab, und gab an, eingebrochen und abgestürzt zu sein.

Zwei Mitarbeiter der Wetterwarte, die am Gletscher gerade wissenschaftliche Experimente durchführten, wurden über die Leitstelle informiert. Die beiden, ein 57-jähriger Mann aus Heiligenblut und ein 34-jähriger Wiener, stiegen ab und erreichten nach einer halben Stunde den Unglücksort.

Schneebrücke brach

"Die beiden hatten schon Rufkontakt mit dem Verunglückten und offenbar auch das Loch in der Schneedecke gesehen", berichtet Harald Rader, Leiter der Bergrettung Heiligenblut. "Doch plötzlich brach eine eineinhalb Meter dicke Schneebrücke ein."

Die beiden Retter stürzten genau über dem Verunfallten ab, dieser wurde vier Meter tief von Schnee verschüttet und konnte später nur noch tot geborgen werden. Auch seine Helfer wurden zum Teil schwer verletzt. Sie waren aber ansprechbar und konnten von der Bergrettung geborgen werden.

Während der 57-Jährige mit Brüchen und Rückenverletzungen ins Spital nach Lienz geflogen wurde, konnte sein jüngerer Kollege das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Die Leiche des toten Bergsteigers wurde freigeschaufelt und ebenfalls mit dem Hubschrauber nach Heiligenblut gebracht.