Doppel-Doktor im Kreuzzug gegen "Kanaken"

Werner Königshofer
Foto: apa

Königshofer und seien Rechtsaußen-Kontakte

Ob mit oder ohne Tastatur, Königshofer ist für verbale Grenzgänge und -überschreitungen bekannt. Von 1994 bis 1999 war der 58-Jährige für die FPÖ im Bundesrat, seit 2008 sitzt er im Nationalrat.

Seit 1987 war der Doppel-Doktor (Geschichte/Politik, Jus) FPÖ-Mitglied, davor war er in der Nationaldemokratischen Partei aktiv - sie wurde 1988 wegen NS-Wiederbetätigung verboten.
Bereits seit Mittwoch ist sein Profil im sozialen Netzwerk Facebook offline. Dort hatte er zuletzt das Attentat in Oslo mit islamistischem Terror verglichen. Auch die Facebook-Freunde Königshofers sorgten für Aufsehen. Eine von ihnen outete sich als Nationalsozialistin. Er beschimpfte dort einen Marokkaner als "Kanaken", einen Tiroler Grünen nannte der dreifache Vater 2010 "Landtagsschwuchtel". Im selben Jahr schrieb er an Kardinal Schönborn, er solle sich statt um die Präsidentschaftskandidatin Rosenkranz um die "warmen Brüder" kümmern.

"Türol"

Seine Homepage heißt "Königstiger" - neben der Raubkatze hieß so auch ein Panzer der Wehrmacht. Im Februar tauchte auf der Homepage die Hetzschrift "Tirol oder Türol" auf. Die Verfasser sind unbekannt; der Grüne Öllinger hat Königshofer wegen Verhetzung angezeigt. Das Titelblatt des Textes steht nach wie vor auf der Homepage.

Im März wurde bekannt, dass Königshofer eine Neonazi-Website mit Daten beliefert
haben soll. Das Handelsgericht Wien urteilte im Juni, er habe eine präparierte Datei weitergeleitet - die Belege seien zweifelsfrei.

In dieser Causa ist noch eine Verleumdungsklage anhängig: Königshofer beschuldigte ausgerechnet Uwe Sailer, die Datei an die Neonazis geschickt zu haben - jenen Beamten also, der Königshofer diese Falle erst gestellt hatte. Das Innsbrucker Landesgericht hat die Aufhebung von Königshofers Immunität beantragt; im Herbst fällt die Entscheidung. Sailer hat den Innsbrucker überdies auch nach dem NS-Verbotsgesetz angezeigt.

(KURIER) Erstellt am
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