Politik
05.12.2011

Dönerverbot im italienischen Cittadella

Der Rat der mittelalterlichen Stadt will die türkisch-arabische Küche aus der Innenstadt verbannen.

Die venetische Kleinstadt, die von der Lega Nord regiert wird, macht ernst und will in Zukunft keine Döner-Buden mehr genehmigen. "Dieses Essen ist bestimmt nicht Teil unserer Tradition und unserer Identität," sagte Bürgermeister Massimo Bitonci. Der Rat der mittelalterlichen Stadt will die türkisch-arabische Küche aus der Innenstadt verbannen.

"Wenn jemand einen Kebab essen will, kann er das zu Hause oder außerhalb des historischen Zentrums machen", sagt Bitonci. Er begründet das Verbot auch mit Gründen des Gesundheitsschutzes, der Geruch stört ihn und die Art, wie das Gericht verzehrt werde.

Das Verbot stößt auf heftige Kritik. "Kebabs in Cittadella zu verbieten, ist wie ein Pizzaverbot in Paris oder New York", sagte Abdallah Khezraji von der für Venetien zuständigen Einwanderungsbehörde. Der Bürgermeister sorgte schon öfter für Wirbel, weil er gegen Bettler vorging und Jugendliche, die Alkohol trinken, zum Zwangsdienst verpflichten wollte.