© KURIER/Boroviczeny

Politik
03/11/2012

Die Schweiz ist anders

Mehr Urlaub mag populär sein, die Schweizer lehnen ihn als unvernünftig ab.

von Stefan Galoppi

Die Schweizer haben die Gelegenheit, sich sechs Wochen Mindesturlaub in der Verfassung garantieren zu lassen, ungerührt verstreichen lassen. Das werden viele Arbeitnehmer in anderen Ländern vielleicht sonderlich finden, es ist aber ein neuerlicher Beweis für ein funktionierendes demokratisches System.

Die Gewerkschaft hatte die Initiative ergriffen und ihre Forderung nach mehr Freizeit als Ausgleich für den immer härteren Wettbewerb gut begründet. Arbeitgeber und Regierung warnten vor negativen Auswirkungen für den Wirtschaftsstandort. Die Bürger hatten das letzte Wort.

Was diesen Entscheidungsprozess so beeindruckend macht, ist die vorhergehende Debatte: Auch in der Schweiz ist sie nicht frei von populistischen und kantigen Ansagen. Wer sich für das Thema aber interessiert, findet alle Argumente gut aufbereitet und erklärt in Zeitungsdossiers, auf Internet-Seiten und in zahllosen Diskussionen.

Wenn am Ende populäre Forderungen wie mehr Ferien oder weniger Steuern verworfen werden, spiegelt das die Stimmungslage einer informierten und abwägenden Bevölkerung wider. In der Schweiz muss die Politik die Bürger immer wieder von einzelnen Sachentscheidungen überzeugen. Davon könnte man sich viel abschauen.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Kommentar

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.