Politik
05.12.2011

"Die Austrittswelle ist noch nicht verebbt"

Die katholische Kirche hat nach wie vor mit massivem Mitgliederschwund zu kämpfen.

Im Rekordjahr 2010 verlor die katholische Kirche durch Austritte 87.393 Gläubige. Im Vorjahr sorgte der Missbrauchsskandal für eine Massenflucht. Dieser Trend konnte - wegen der Bemühungen um eine transparente Aufarbeitung - abgefangen werden.

Für 2011 gibt es bereits Hochrechnungen, dass bundesweit bis zu 75.000 Katholiken der Kirche offiziell den Rücken kehren werden. Immerhin das zweitschlechteste Ergebnis seit 2006.

Vor allem in drei Landeshauptstädten zeichnen sich für 2011 sehr schlechte Ergebnisse ab.

Graz In der steirischen Landeshauptstadt traten im ersten Halbjahr 2010 1425 Gläubige aus, im ersten Halbjahr 2011 waren es bereits 1548.

Innsbruck Hier verließen im ersten Halbjahr 2010 1188 Katholiken die Kirche. Im Vergleichszeitraum 2011 waren es bereits 1548.

Salzburg In den ersten sechs Monaten des Vorjahres traten 1273 Katholiken aus. Im ersten Halbjahr 2011 waren es 1770.

Wien Die Erzdiözese gibt keine Auskünfte über Austritte. Der Abgang wird ein Mal pro Jahr präsentiert. Kirchenkenner vermuten 10.000 Austritte.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich eine Viertel Million Gläubige aus der katholischen Kirche verabschiedet. Somit ist sie - trotz ihrer 5,5 Millionen Mitglieder - die am stärksten rückläufige Glaubensgemeinschaft.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund