© Brigitta Luchscheider

Politik
05/09/2012

Bettler im privaten Möbellager

Dutzende Rumänen und Slowaken hausen in aufgelassenen Hallen. Der Eigentümer erwartet Hilfe von der öffentlichen Hand.

von Brigitta Luchscheider

In einem aufgelassenen Möbellager im Osten von Klagenfurt haben sich seit geraumer Zeit Dutzende Rumänen und Slowaken „häuslich" eingerichtet. Anrainern ist nicht wohl bei dem Gedanken, dass die Menschen dort ohne Wasser und Strom hausen. „Tagsüber sind sie nicht zu sehen, da gehen sie wahrscheinlich betteln", mutmaßt Nachbarin Manuela R. „Auch über den Winter sind sie weg, sie kommen erst wieder, wenn es wärmer ist."

Mit Kübeln, so glaubt die Frau, holen die Menschen Wasser aus der Glan und waschen auch ihre Kleider dort. Manchmal seien sie auch schon zu ihr um Kerzen betteln gekommen: „Nach mehreren Besuchen haben wir sie abgewiesen, dann hatten wir Ruhe."

 

EU-Bürger

Oberst Eugen Schluga, Stadtpolizeikommandant von Klagenfurt: „Wir haben schon mehrfach fremdenpolizeiliche Maßnahmen gesetzt, also die Ausweise kontrolliert. Es handelt sich um EU-Bürger, die sich im EU-Raum frei bewegen können. Strafrechtlich ist ihnen auch nichts vorzuwerfen. Mehr können wir nicht tun – es ist Privatgrund. Da muss auch der Besitzer mitspielen."

Wirtschaftsprüfer Johann Neuner, Eigentümer des Grundstücks, meint: „Was soll ich noch zur Verfügung stellen? Das Areal wurde ja sozusagen besetzt." Die Sanitäranlagen seien nicht die besten, aber: „Soll ich die Gebäude schöner ausstatten? Ich kann ja nicht Luxus bieten ohne Geld. Dann kommen ja noch mehr."

 

Runder Tisch

Er habe die Situation anfangs schleifen lassen: „Ich dachte mir, diesen Menschen geht es schlechter als mir." Und er habe wiederholt die Polizei um Unterstützung gebeten: „Aber die können angeblich nichts tun." Die öffentliche Hand, fordert Neuner, solle den Menschen helfen.

Darauf wollte Neuner bei dem für Mittwochabend einberufenen „runden Tisch" mit den Stadtverantwortlichen pochen: „Sonst komme ich in 14 Tagen mit einem Sicherheitsdienst. Aber dann gehen diese Menschen ja woanders hin in der Stadt – das ist auch keine Lösung."

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