Expertin über Trump: "Agiert kopflos im Iran"

Die USA-Expertin Cathryn Clüver Ashbrook sprach im ZiB2-Interview über die Ziele von Trump im Iran-Krieg, eine mögliche Bodenoffensive und Proteste.

Gut einen Monat dauert der Krieg im Iran bereits an. US-Präsident Donald Trump droht mit dem Einsatz von Bodentruppen, spricht aber auch von einem möglichen Deal sowie der vollständigen Vernichtung. Kann man sich an die Worte von Trump noch verlassen? "Nein, ich glaube, wir sind in dem Punkt angekommen“, an dem man sich auf die öffentlichen Aussagen des Präsidenten kaum mehr verlassen könne, so die US-Expertin Cathryn Clüver Ashbrook im ZiB2-Interview. Zwar sei denkbar, dass unterschiedliche Signale Teil eines diplomatischen Spiels seien. Doch der Eindruck überwiegt: "Tatsächlich hinterlässt es aber den Beigeschmack, dass dieser Präsident weiterhin kopflos im Iran agiert."

Ziel von Trump? "Strategisches Rätselraten"

Vier Wochen nach Kriegsbeginn bleibt selbst das ursprüngliche Ziel unklar. Die Expertin spricht von einem "strategischen Rätselraten", das nicht nur Analysten, sondern auch die amerikanische Bevölkerung beschäftigt. das nicht nur Analysten, sondern auch die amerikanische Bevölkerung beschäftigt. Wenn man es herunterbreche, hätten sich drei Ziele durchgesetzt: die Zerstörung der iranischen Marine, die Minimierung der ballistischen Raketenfähigkeit und die Einschränkung der Nutzung nuklearen Materials. "Ob sich das tatsächlich nun gelohnt hat aus US‑Perspektive, das bleibt weiterhin in den Raum gestellt", so die Politologin.

Ein Einsatz von US‑Bodentruppen werde zwar weiterhin geplant, sei aber militärisch begrenzt. "Mit den Bodentruppen, die sich derzeit in den Nahen Osten bewegen oder dort bereits vorgelagert sind, können sie keine lang anhaltende Invasion oder Mission machen." Vieles sei eher Drohkulisse als ernst gemeinte Übernahme.

Bodenoffensive wäre "unglaublich unpopulär"

Klar sei jedoch: "Dass das tatsächlich eine unglaublich unpopuläre Mission wäre, so viel ist klar." Laut einer aktuellen Associated‑Press‑Umfrage seien bereits 50 Prozent der Republikaner gegen den Einsatz von Bodentruppen.

Innenpolitisch setze der Krieg den Präsidenten zusätzlich unter Druck. Die Sprit‑ und Energiepreise seien stark gestiegen, die Inflationsrate habe sich binnen Wochen von 2,8 auf 4,3 Prozent erhöht. "Den Amerikanern schmerzen diese neuen Fakten bereits im Portemonnaie."

Proteste gegen Trump: "Das stört ihn"

Zugleich wachse der Protest gegen Trump. Die jüngsten No‑Kings‑Demonstrationen hätten Millionen Menschen mobilisiert. "Donald Trump stört sich weiter daran, dass Menschen gegen ihn auf die Straße gehen", sagte Kluver‑Ashbrook. "Also, so ganz ohne lässt ihn dieser Protest eben auch nicht."

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