Politik | Ausland
29.11.2018

Zahlen und Fakten zur G-20-Gruppe

Vereint zwei Drittel der Weltbevölkerung - Wurde 1999 in Berlin als Reaktion auf die Finanzkrise in Asien gegründet

Wofür steht eigentlich G-20? Und worum geht es bei den jährlichen Gipfeltreffen? Zehn Antworten:

- Die "Gruppe der 20" vereint zwei Drittel der Weltbevölkerung, 85 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung und 75 Prozent des Welthandels.

- Der G-20 gehören die Europäische Union und 19 führende Wirtschaftsnationen an: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, die Türkei und die USA.

- Die Gruppe wurde 1999 in Berlin gegründet - zunächst aber nur auf Ebene der Finanzminister. Auslöser war die Finanzkrise in Asien.

- Nach Ausbruch der globalen Finanzkrise 2008 kamen erstmals auch die Staats- und Regierungschefs der Gruppe zusammen und koordinierten erfolgreich ein gemeinsames Vorgehen. Seither treffen sie sich regelmäßig.

- Die Krise vor zehn Jahren katapultierte die G-20 zum zentralen Forum der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, doch gehen ihre Themen heute weit darüber hinaus. Die G-20 steht für einen neuen Multilateralismus, der jetzt aber durch die "Amerika Zuerst"-Politik von US-Präsident Donald Trump zunehmend unter die Räder gerät.

- Zu jedem Gipfel werden Gastländer eingeladen. Auch kommen große internationale Organisationen hinzu: Die Vereinten Nationen, der Währungsfonds IWF, die Weltbank, die Welthandelsorganisation (WTO), der Finanzstabilitätsrat, die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

- Die Gipfel enden mit einem gemeinsamen Kommunique, doch sind die Beschlüsse nicht bindend. Die G-20 kann nur einen Kurs bestimmen oder politisch Schwung erzeugen. Allerdings müssen sie sich daran messen lassen, was sie beschlossen haben und am Ende davon auch umsetzen. Der Wert der Gipfel liegt auch in den informellen bilateralen Treffen jenseits der offiziellen Tagesordnung.

- Die Gipfel werden von der Zivilgesellschaft (Civil 20) in einem C-20-Prozess begleitet. Entwicklungsorganisationen und andere regierungsunabhängige Gruppen formulieren dabei ihre Forderungen an die Gruppe wie Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit oder mehr Programme für Bildung oder Gesundheit.

- Neben der G-20 gibt es weiter die 1975 gegründete G-7-Gruppe der sieben großen Industrienationen, die sich als westliche Wertegemeinschaft versteht. Zu ihnen gehören Deutschland, Frankreich, die USA, Großbritannien, Japan, Italien und Kanada.

- Mit Russland wurde 2002 die G-8 gegründet, die aber nur bis 2013 hielt. Wegen der russischen Annexion der Krim platzte 2014 der Gipfel im russischen Sotschi am Schwarzen Meer. Ohne Russland tagte die Gruppe stattdessen wieder als G-7 in Brüssel. Eine Rückkehr Russlands in die Gruppe ist gegenwärtig kein Thema.