Politik | Ausland
14.11.2017

Warum Wikileaks Trumps Steuerakt wollte

Die Plattform schlug in einer von Donald Trump Jr. veröffentlichten Twitter-Nachricht vor, dass er ihnen den - bis heute nicht veröffentlichten - Steuerakt seines Vaters schicken soll.

In der Russland-Affäre um US-Präsident Donald Trump ist bekannt geworden, dass dessen ältester Sohn während des Wahlkampfs via Twitter Kontakt mit der Enthüllungsplattform Wikileaks hatte (mehr dazu hier). Das Portal gab ihm nicht nur strategische Ratschläge, wie etwa, im Falle einer Niederlage diese anzufechten, sondern hatte auch, was vom Verfasser selbst als "ungewöhnliche Idee" bezeichnet wurde: "Schick uns einen oder mehrere der Steuerbescheide deines Vaters", wurde Trump jr. via Twitter-Direktnachricht aufgefordert.

Wahrnehmung von Unparteilichkeit

Die umstrittene von Julian Assange gegründete Plattform sah darin mehrere Vorteile für Trump: Eine teilweise Veröffentlichung in der New York Times habe bereits den meisten Schaden angerichtet. Würde einer liberalen Publikation wie eben der New York Times oder MSNBC ein Steuerakt in die Hände fallen, würde sie diese im "schlimmst möglichen Licht" beleuchten, und drittens: "Wenn wir sie veröffentlichen, verbessern wir die Wahrnehmung unserer Unparteilichkeit dramatisch." Und das würde "bedeuten, dass die Dinge, die wir über Clinton veröffentlichen, einen viel größeren Impact haben würden." Trump jr. antwortete auf diese Nachrichten nicht, und schickte ihnen offenbar auch keinen Steuerakt.