Politik | Ausland
13.11.2017

Vierjähriges Flüchtlingskind nach Monaten wieder mit Mutter vereint

Mutter und Sohn waren auf unterschiedlichen Wegen nach Spanien geflüchtet. Die spanischen Behörden untersagten sieben Monate lang jeglichen Kontakt und forderten einen Beleg für die Mutterschaft mittels DNA-Test.

Nach sieben Monaten Trennung ist ein vierjähriger Flüchtlingsjunge aus Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) in Spanien wieder mit seiner Mutter vereint.

Die 33-jährige Bahoumou Totopa konnte ihren Sohn Abdurrahmane am Montag in der spanischen Exklave Melilla im Norden Marokkos abholen und ins südspanische Jerez de la Frontera holen, wie die Flüchtlingsorganisation Women's Link erklärte.

Bub floh mit Tante nach Melilla

Mutter und Sohn waren auf unterschiedlichen Wegen nach Spanien geflohen: Die Frau kam im April in einem Schlauchboot in Andalusien in Südspanien an, der Bub einen Monat zuvor mit seiner Tante in Melilla.

Die spanischen Behörden untersagten Totopa monatelang jeglichen Kontakt zu dem Kind und forderten zunächst einen Beleg für ihre Mutterschaft mittels DNA-Test. Die Nichtregierungsorganisation Women's Link rief den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte an, um zumindest ein Besuchsrecht oder einen Telefonkontakt zwischen Mutter und Kind zu erwirken. Mitte Oktober richtete der Gerichtshof eine entsprechende Aufforderung an Madrid.

Zwölf Prozent der im vergangenen Jahr illegal nach Spanien eingereisten Flüchtlinge waren nach UN-Angaben Kinder: Etwa die Hälfte dieser mehr als 1.600 Minderjährigen kamen demnach aus Syrien. Spanien steht bei Menschenrechtsorganisationen für den Umgang mit Flüchtlingen in den beiden nordafrikanischen Exklaven Ceuta und Melilla immer wieder in Kritik.