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Trumps Krieg im Chaos: Kaum Essen auf Flugzeugträger, keine Munition

Die USS Lincoln wird nach offensichtlich schweren Missständen abberufen und ersetzt. Der Mangel an Abwehrraketen aber lässt sich nicht rasch beseitigen.
A U.S. sailor launches an F-35C Lightning II from the flight deck of Nimitz-class aircraft carrier USS Abraham Lincoln

An militärischen Superlativen mangelt es bei der USS Lincoln grundsätzlich nicht. Mit 333 Meter Länge gilt der amerikanische Flugzeugträger als das größte Kriegsschiff der Welt, auch die Bewaffnung und die rund 6.000 Mann Besatzung sind rekordverdächtig. Doch für diese 6.000 Mann wird ein weiterer Superlativ offensichtlich zu massiven Belastung. Nach 260 Tagen im Einsatz im Krieg gegen den Iran - nie war ein Flugzeugträger länger an der Front - sind die Zustände an Bord untragbar geworden.

In sozialen Medien tauschen sich die Betroffenen und deren Familien etwa über die Essensrationen aus. Die sind inzwischen auf einen halben Becher Reis und zwei Maistortillas pro Mann geschrumpft. Dazu gibt es Berichte über Schimmel in den Duschen, verstopfte Klos ohne Klopapier und anderes.

Ersatz muss herangeschafft werden

Zwar dementiert die US-Marine alle diese Berichte, doch offensichtlich ist man bereits dabei, die Notbremse zu ziehen. Der ähnlich große Flugzeugträger USS Washington ist aus Ostasien in Richtung Golfregion unterwegs, um dort die Lincoln abzulösen. Eine improvisierte Operation, wie so vieles in diesem Krieg gegen den Iran, der inzwischen in seinen sechsten Monat geht. Damit aber hat im Pentagon offensichtlich niemand gerechnet. Nicht nur das Essen auf den Flugzeugträgern geht aus, viel schlimmer ist der sich immer deutlich abzeichnende Mangel an Munition, vor allem an Abwehrraketen vom Typ Patriot.

Mehrere US-Medien, darunter die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“, berichten übereinstimmend über vertrauliche Gespräche von US-Generalstabschef Dan Caine mit dem Präsidenten.  Die Wiederaufnahme großflächiger Angriffe  gegen den Iran würde zu einer gefährlichen Verknappung der Abfangraketen führen, die dem für Einsätze im Nahen Osten zuständigen US-Zentralkommando zur Verfügung stünden. Trump habe daraufhin von einem geplanten großen Schlag gegen den Iran Abstand genommen. Auch Langstreckenraketen, die bei den ersten großen Angriffswellen gegen das Land im Frühjahr die Hauptrolle spielten, werden laut Militärexperten immer weniger eingesetzt.  

„Wir haben mehr Raketen als irgendjemand anderer“ 

Klare Anzeichen für diese Schwäche lieferten auch iranische Angriffe auf US-Einrichtungen in Jordanien vor wenigen Wochen, bei denen wieder mehrere US-Soldaten getötet wurden. Zumindest einer iranischen Rakete gelang es, die Abwehr zu überwinden. Anfragen von Reportern bezüglich des mutmaßlichen Munitionsmangels beantworten sowohl das Pentagon als auch das Weiße Haus ebenso unfreundlich wie unpräzise. Man habe „mehr Raketen als irgendjemand anderer auf der Welt“ lautete etwa eine Stellungnahme. Dazu gibt es Äußerungen von Trump selbst, in denen er allen, die militärische Geheimnisse an die Öffentlichkeit tragen würden, mit Gefängnis droht.

Irans neue Taktik leert die US-Munitionslager 

Auch sollen die iranischen Revolutionsgarden auf eine neue Taktik setzen, die vorrangig darauf abzielt, die Vorräte der Amerikaner an Abwehrraketen weiter zu reduzieren. So ändern anfliegende Raketen mehrfach ihren Kurs, was jedes Mal eine neue Welle von Abwehrraketen auslöst. Die Patriot-Bestände sollen inzwischen weit über die Hälfte geleert sein. Anders als die Lebensmittel-Vorräte auf einem Flugzeugträger lassen sich die aber nur sehr langsam wieder auffüllen. Rund drei Jahre soll es dauern, bis sich die US-Streitkräfte wieder auf volle Lager verlassen können. Zeit, die Trump jedenfalls nicht hat, in rund drei Monaten sind Kongresswahlen in den USA und der aus dem Ruder gelaufene Krieg lässt die Umfragewerte der Republikaner immer weiter abstürzen.

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