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Ölpreis steigt nach Trumps Eskalation mit Iran, Abkommen steht auf der Kippe

Die erneuten Kampfhandlungen zwischen USA und Iran am Persischen Golf freuen maximal die großen Ölkonzerne, die an hohen Ölpreisen prächtig verdienen.
FILE PHOTO: FILE PHOTO: Tankers and other vessels in the Strait of Hormuz off the coast of Musandam

Die Quartalsbilanzen des US-Giganten ExxonMobile, hinter Saudi Aramco zweitgrößter Ölkonzern der Welt, gelten als wichtiger Gradmesser für den Zustand der Branche und die absehbare Entwicklung der Preise an den Zapfsäulen weltweit. 

Die neueste Einschätzung des Konzerns, wonach Exxon aufgrund der hohen Ölpreise im zweiten Quartal fast 16 Milliarden Dollar und damit um fünf Milliarden mehr als in den ersten drei Monaten des Jahres verdienen werde, lässt aufhorchen - insbesondere angesichts der hohen Benzinpreise in den USA.

Donald Trump hat die Chefs von Exxon, Chevron & Co. mit Blick auf die wichtigen Zwischenwahlen Anfang November wiederholt aufgefordert, für niedrigere Spritpreise zu sorgen. Doch die neuerliche Eskalation am Golf steht diesem Ansinnen diametral entgegen.

Am Mittwoch zog der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent bis Mittag um weitere 3,7 Prozent auf knapp 79 Dollar an. Das ist noch relativ harmlos im Vergleich zu den 118 Dollar, die ein Fass Brent quasi am Höhepunkt der Hormus-Blockade schon gekostet hat. Doch die Richtung der Preisentwicklung schmerzt vor allem US-Autofahrer. Wenige Monate vor den Midterms in den USA sind das keine guten Nachrichten für den übel gelaunten Chef im Weißen Haus.

„Sie sind Abschaum“

Noch sind die Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts nach dem Mitte Juni geschlossenen Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran nicht offiziell abgebrochen. Doch Trumps martialische Wortwahl beim NATO-Gipfel in Ankara lässt nichts Gutes erahnen. Trump erklärte die Feuerpause mit Teheran aus seiner Sicht für beendet. Er werde seine Unterhändler aber weiter mit dem Iran reden lassen, wenn diese es wünschen. 

Gleichzeitig beschimpfte er die Führung in Teheran. „Es ist reine Zeitverschwendung, sich mit ihnen abzugeben“, sagte Trump. Und: „Das sind fiese Typen, deshalb haben sie es auf jeden abgesehen, wahrscheinlich auch auf mich. Ich stehe schon seit Jahren ganz oben auf ihrer Liste. Und sie sind ein Haufen Abschaum, um ehrlich zu sein. Sie sind Abschaum.“

Die USA hatten in der Nacht auf Mittwoch als Reaktion auf Angriffe auf drei Tanker neue Militärschläge gegen den Iran gestartet und Teheran außerdem  eine Ausnahmegenehmigung entzogen, die dem Iran den Verkauf von Öl vor allem an China erlaubte. 

„Der Nahostkonflikt droht erneut von der Neben- auf die Hauptbühne der Finanzmärkte zu wechseln“, warnte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. „Damit könnte ein Risiko zurückkehren, das viele Anleger zuletzt ausgeblendet hatten.“ Was Emden damit anspricht, sind die nachgebenden Aktienkurse. 

Verluste auf breiterer Front

Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 gab bis Mittwoch gegen Mittag um knapp zwei Prozent nach, der deutsche Leitindex DAX büßte 2,3 Prozent ein. Spanische Aktien litten unter Drohungen des US-Präsidenten, jeglichen Handel mit Spanien einzustellen.

Spiegelbildlich dazu erhielten die Ölwerte neuen Schub. So bauten etwa Aktien von Shell das Vortagesplus aus und stiegen um zwei Prozent.

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