Politik | Ausland
28.08.2017

Tillerson distanziert sich von Trump

Der US-Außenminister hat sich zu den Ausschreitungen in Charlottesville zu Wort gemeldet: "Der Präsident spricht für sich selbst."

Ausgerechnet auf Fox News Donald Trumps dezidiertem Lieblingssender - hat sich US-Außenminister Rex Tillerson kritisch über seinen Chef geäußert. In einem Interview am Sonntag vermied es Tillerson wiederholt die Reaktion des Präsidenten auf die tödlichen Auseinandersetzungen in Charlottesville zu verteidigen.

Bei dem rechtsextremen Aufmarsch war eine Gegendemonstrantin getötet worden, nachdem ein Auto eines mutmaßlichen Neonazis in die Menge gerast war. Trump hatte in einer ersten Reaktion von Gewalt auf "vielen Seiten" gesprochen.

Nach weltweiter Kritik verurteilte Trump die Gewalt rechtsextremer Gruppen zwei Tage später dann doch als "abstoßend", machte danach aber wieder eine Kehrtwende und stellte das Verhalten der Rechtsextremisten und der Gegendemonstranten auf eine Stufe. Auch unter den Rechtsextremisten seien laut Trump "sehr gute Leute" gewesen. Von rassistischen Gruppen wie dem Ku Klux Klan wurde der US-Präsident daraufhin gefeiert.

Tillerson: "Der Präsident spricht für sich selbst."

Das Interview drehte sich vor allem um den Konflikt mit Nordkorea und Trumps neue Afghanistan-Strategie. Hier sah man Tillerson noch auf Kurs mit Trump. Das änderte sich in der letzten Minute auf Sendung. Der Moderator sprach die Kritik des UNO-Ausschuss für die Beseitigung der Rassendiskriminierung an.

Der UNO-Ausschuss hatte vor einer Zunahme des Rassismus in den USA gewarnt und eine "frühe Warnung" ausgesprochen. Außerdem hatte er die US-Regierung in Washington sowie führende US-Politiker aufgefordert, rassistische Hassbotschaften "unmissverständlich und bedingungslos" zu verurteilen.

Tillerson behauptete, dass niemand an den "Werten" der US-Bevölkerung und dem Einsatz der US-Regierung oder deren Behörden, diese zu verteidigen, zweifle. Auf die Nachfrage, ob das auch auf die Werte des US-Präsidenten zutreffe, sagte der Außenminister: "Der Präsident spricht für sich selbst."

"Distanzieren Sie sich davon?", fragte zum Schluss der Moderator. Tillersons Antwort: "Ich habe meine eigenen Kommentare über unsere Werte in meiner Rede abgegeben."