Politik | Ausland 10.04.2018

USA: Massive Drohgebärden nach Angriff mit Giftgas

© Bild: APA/AFP/NICHOLAS KAMM

Die syrische Armee bereitet sich auf einen US-Angriff vor - Trump sagt Reise ab, um US-Antwort zu "beaufsichtigen"

Welche Art von Antwort die syrische Führung nach den Drohungen von US-Präsident Donald Trump erwartet, ist klar: In der Nacht auf Dienstag wurden alle Einheiten der syrischen Armee in Alarmbereitschaft versetzt, einige wichtige Basen sollen vorsichtshalber geräumt worden sein. Denn was sich abzeichnete, war eine scharfe Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz vom Samstag, bei dem in der Stadt Douma nahe Damaskus 42 Menschen starben. Eine Entscheidung werde am Dienstagabend oder knapp danach fallen, hieß es aus Washington. US-Präsident Trump sagte jedenfalls eine für Ende der Woche geplante Reise nach Lateinamerika ab: Er wolle die „amerikanische Antwort auf Syrien beaufsichtigen“, hieß es. Eine militärische Reaktion hatte Trump dezidiert nicht ausgeschlossen. Washington macht die syrische Führung beziehungsweise Russland für den Angriff auf Douma verantwortlich. Frankreich hat indes ebenfalls eine militärische Reaktion angekündigt, sollte der C-Waffen-Angriff bestätigt werden.

Russland wiederum hatte seinerseits vor „schwerwiegenden Folgen“ eines US-Angriffs gewarnt.

Untersuchung

Innerhalb der UNO wird derweil darüber gestritten, wie der Einsatz chemischer Waffen in Douma verifiziert werden könnte. Einigkeit besteht darin, dass die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) den Fall untersuchen soll. Eine Einladung an die OPCW erging auch seitens Damaskus’.

Strittig sind allerdings die Modalitäten, um eine unabhängige Untersuchung gewährleisten zu können. Derzeit ist das belagerte Douma noch in der Hand von Rebellenverbänden. Russland und Syrien wollen selbst für die Sicherheit der OPCW-Experten sorgen – was derzeit aber rein militärisch nicht möglich ist.

( kurier.at ) Erstellt am 10.04.2018