Tötung von Khamenei: Iran droht Trump und Netanjahu mit massiver Vergeltung

Irans geistlicher Führer wurde bei Luftangriffen auf seine Residenz am Samstagmorgen getötet. Der Iran sieht eine "rote Linie überschritten", die Revolutionsgarden drohen mit Rache.
Tötung von Khamenei: Iran droht Trump und Netanjahu mit massiver Vergeltung

Nach der Tötung seines obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei hat das iranische Regime massive Vergeltung gegenüber den USA und Israel angekündigt. US-Präsident Donald Trump und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hätten eine "rote Linie überschritten", sagte der iranische Parlamentspräsident Baqer Qalibaf am Sonntag im Staatsfernsehen. Dafür würden sie bezahlen. Der Iran werde den Weg Khameneis fortsetzen, unterstrich Qalibaf.

Zuvor hatten bereits die einflussreichen Revolutionsgarden Rache für Khamenei geschworen. "In Kürze werden die größten militärischen Einsätze in der Geschichte der iranischen Streitkräfte gegen Israel und US-Stützpunkte in der Region beginnen", hieß es in einer Presseerklärung der Elitestreitmacht der Islamischen Republik. Die Regierung kündigte 40 Tage öffentliche Trauer und sieben Feiertage an.

Khamenei wurde Medienberichten zufolge schon am Samstag in der Früh getötet. Er sei "nach einem Angriff des zionistischen Regimes und der Vereinigten Staaten" zu einem "Märtyrer" geworden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Den israelischen Streitkräften zufolge kamen auch der Kommandant der Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, sowie Verteidigungsminister Aziz Nasirzadeh, ums Leben. Auch mehrere Angehörige sollen mit ihm gestorben sein. Die Webseite Al-Arabiya berichtete unter Berufung auf die iranische Nachrichtenagentur Fars, eine Tochter Khameneis, ein Schwiegersohn, eine Schwiegertochter und ein Enkel seien ums Leben gekommen.

Revolutionsgarden wollen "abschreckende und beispielhafte Antwort" geben

"Die Mörder des Imams der Nation werden einer harten, entschiedenen und abschreckenden Strafe nicht entgehen", betonten die Revolutionsgarden. Mit den Streitkräfte der Islamischen Republik und den Basij-Milizen werde man "inneren und äußeren Verschwörungen entschieden entgegentreten" und die Aggressoren "mit einer abschreckenden und beispielhaften Antwort bestrafen". Alle Teile der Gesellschaft sollten sich beteiligen und "Solidarität und nationale Einheit zu demonstrieren".

Laut dem Staatsfernsehen sollen nun Präsident Massoud Pezeshkian und zwei Spitzenbeamte das Land übergangsweise leiten. Neben Pezeshkian sind dies Justizchef Gholamhossein Mohseni Ejei und ein Jurist des Wächterrates, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf einen Berater Khameneis, Moihammad Mokhber.

Führende Militärvertreter getötet

Revolutionsgarden-Kommandant Pakpur hatte seinen Posten erst im Vorjahr eingenommen, nachdem sein Vorgänger Hossein Salami im Juni 2025 bei israelischen Angriffen getötet worden war. Die Revolutionsgarden gelten als Irans Elitestreitmacht und sind deutlich mächtiger als die regulären Streitkräfte. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Truppe nicht nur militärisch stark aufgerüstet, sondern weitete auch ihren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einfluss aus - unter anderem durch Beteiligungen an Hotelketten und Fluggesellschaften.

Auch der einflussreiche Funktionär Ali Shamkhani kam nach israelischen Militärangaben am Samstag ums Leben. Der frühere langjährige Verteidigungsminister und Präsidentschaftskandidat führte zuletzt den neu geschaffenen Verteidigungsrat. Er arbeitete auch als politischer Berater in einer Schlüsselfunktion für Khamenei.

Zwei iranische Insider sagten der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Schläge der USA und Israels einem Treffen Khameneis mit hochrangigen Beratern galten. Khamenei sei nämlich kurz vor den Angriffen mit Shamkhani und dem Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates, Ali Larijani, zusammengetroffen. Laut Israel wurden Khamenei, Shamkhani und Pakpur getötet.

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Jubel in Teheran - Shah-Sohn fordert Umsturz

Schon nach den unbestätigten Berichten über den Tod Khameneis brach spontaner Jubel in der Hauptstadt Teheran aus. Bewohner der iranischen Hauptstadt berichteten von Menschen, die vor Freude aus ihren Fenstern schrien. Die Nachricht war unter anderem von iranischen Exilmedien verbreitet worden, die im Iran über Satellit empfangen werden können. Auf den Straßen waren Hupkonzerte zu hören. In vielen Ländern, darunter auch in Österreich, gingen auch Angehörige der Diaspora jubelnd auf die Straße.

Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi, rief die Sicherheitskräfte im Iran zum Umsturz auf. "Es ist eure letzte Gelegenheit, euch dem Volk anzuschließen", schrieb der Exil-Politiker auf X. "Jeder Versuch der Überreste des Regimes, einen Nachfolger für Khamenei zu bestimmen, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt." In einem Meinungsbeitrag für die "Washington Post" brachte er sich erneut als Übergangsführer ins Spiel. "Viele Iraner haben mich, oft trotz lebensbedrohlicher Situationen, gebeten, diesen Übergang zu leiten", schrieb er. Er wolle ihrem Ruf folgen und den Weg hin zu einer neuen Verfassung freimachen. Diese solle zunächst in einem Referendum verabschiedet werden. Darauf sollten dann freie Wahlen unter internationaler Aufsicht folgen. "Mit der Abstimmung der Iraner löst sich die Übergangsregierung auf", schrieb er weiter.

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