Strengere US‑Einreiseregeln: Was sich alles ändert
Zusammenfassung
- Verschärfte US-Einreiseregeln verlangen Offenlegung von Social-Media-Accounts, Telefonnummern und E-Mail-Adressen der letzten Jahre bei ESTA-Anträgen.
- Datenschützer und Kritiker äußern Bedenken hinsichtlich Datenschutz und möglicher Fehleranfälligkeit im ESTA-Prozess.
- Der Preis für den ESTA-Antrag wurde fast verdoppelt und die neuen Regeln betreffen alle Visa-Waiver-Länder, darunter auch Österreich.
Ab Montag, 9. Februar, treten wohl verschärfte US-Einreiseregeln in Kraft. Die Regelverschärfung, die von der Trump-Regierung beabsichtigt wird, soll alle Besucher, die mit dem elektronischen Antrag ESTA in die USA kommen, betreffen.
ESTA ist die gängige, visumfreie Genehmigung für Touristen und Geschäftsreisende aus mehr als 40 Ländern, die zum Visa Waiver Program (VWP) zählen. Darunter ist auch Österreich.
Wann tritt die Neuregelung in Kraft?
Womöglich bereits am Montag, 9. Februar. Das US‑Heimatschutzministerium hatte die neuen Vorgaben am 10. Dezember 2025 veröffentlicht. Sie treten automatisch nach 60 Tagen in Kraft, wenn niemand rechtlich dagegen vorgeht - Datenschützer etwa. Diese Einspruchsfrist endet am Sonntag, 8. Februar 2026. Insofern würden die neuen Regeln ab Montag gelten.
Was ist geplant?
Die Betroffenen müssen für Reisen in die USA künftig ihre Online-Aktivitäten über fünf Jahre offenlegen. Das sieht die Anordnung des US-Heimatschutzministeriums aus Dezember vor. Demnach sind Touristen verpflichtet, "ihre sozialen Medien der vergangenen fünf Jahre vorzulegen". Gemeint sind offenbar Nutzerkonten bei Plattformen wie X, Facebook oder Instagram, wie sie bereits bei Visa-Anträgen abgefragt werden.
Was wird noch verlangt?
Auch deutlich umfangreichere persönliche Daten werden künftig abgefragt. Dazu gehören alle Telefonnummern des Reisenden der vergangenen fünf Jahre sowie die E-Mail-Adressen der vergangenen zehn Jahre. Darüber hinaus werden detaillierte Angaben zu Familienmitgliedern verlangt. Dazu zählen Geburtsdaten, Anschriften sowie Telefonnummern.
Wo müssen die Angaben gemacht werden?
Touristen müssen die Informationen eingeben, wenn sie die elektronische Einreisegenehmigung Esta beantragen. Damit können österreichische Staatsbürger ohne Visum für bis zu 90 Tage am Stück in die USA einreisen. Voraussetzung ist nach den Vorgaben des Visa-Waiver-Programms ein elektronischer Reisepass, der für die gesamte Dauer des Aufenthalts gültig ist. Einmal beantragt, ist die Esta-Genehmigung für zwei Jahre gültig. In diesem Zeitraum sind mehrfache Einreisen möglich. Die US-Behörden empfehlen, den Antrag mindestens 72 Stunde vor Reiseantritt zu stellen.
Was will die US-Regierung mit den Daten?
Die Regierung von Präsident Donald Trump begründet die verschärften Auflagen mit dem Schutz der USA "vor ausländischen Terroristen und anderen Bedrohungen der nationalen Sicherheit". Sie hatte aus diesem Grund bereits die Visa-Auflagen für Studierende oder Facharbeiter verschärft.
Wozu raten Datenschützer?
Ein Sprecher der deutschen Bundesdatenschutzbeauftragten Louisa Specht-Riemenschneider sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie habe die Anpassung des ESTA-Programms (Electronic System for Travel Authorization) "besorgt zur Kenntnis genommen". Die Bürger müssten "für sich individuell sorgfältig abwägen, ob sie für die Einreise bereit sind, US-Behörden Daten in diesem Umfang zu geben". Mit mehr Informationen werde zudem die Auswertung komplexer. "Das kann zu einer erhöhten Fehleranfälligkeit im ESTA-Prozess führen", warnte der Sprecher.
Welche Kritik gibt es noch?
Die oppositionellen US-Demokraten sowie Wissenschafter werfen der Trump-Regierung vor, mit der Durchleuchtung der Online-Aktivitäten Andersdenkende aus den USA fernhalten zu wollen. Bereits jetzt schaut sich die US-Regierung Online-Accounts ausländischer Studenten daraufhin an, welche Haltung sie etwa zu Israel haben.
Was kostet der ESTA-Antrag?
Der Preis hat sich kürzlich fast verdoppelt. Seit dem Herbst müssen Touristen für die ESTA-Registrierung 40 Dollar (fast 34 Euro) zahlen statt wie bisher nur 21 Dollar. Auch Minderjährige müssen den vollen Preis entrichten. Eine fünfköpfige Familie zahlt damit künftig allein für die Einreise in die USA bereits 170 Euro.
Wer ist noch von der Verschärfung betroffen?
Sie trifft Fußballfans, die im Sommer zur Weltmeisterschaft in die Vereinigten Staaten reisen wollen. Die USA richten die WM vom 11. Juni bis zum 19. Juli gemeinsam mit Kanada und Mexiko aus. Die Neuregelung trifft neben Österreichern auch Bürger anderer EU-Staaten und Großbritanniens sowie Staatsangehörige aus Israel, Australien, Japan oder Südkorea. All diese Länder sind enge Verbündete der USA.
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