A man types on a computer keyboard in Warsaw, in this February 28, 2013 file picture illustration. Microsoft Corp and the FBI, aided by authorities in more than 80 countries, have launched a major assault on one of the world's biggest cyber crime rings, believed to have stolen more than $500 million from bank accounts over the past 18 months. To match Exclusive CITADEL-BOTNET/ REUTERS/Kacper Pempel/Files (POLAND - Tags: BUSINESS CRIME LAW SCIENCE TECHNOLOGY)

© Reuters/KACPER PEMPEL

Cyberkrieg
08/31/2013

USA drangen in Zehntausende Computer ein

Laut Medienbericht installierten US-Geheimdienste massiv Software auf Rechnern weltweit.

Genie“ (Geist) – so lautet der Codename eines Programms der US-Geheimdienste. Ziel: Eine spezielle Software wird auf ausgewählten Computern installiert, um einerseits Zugriff auf die Daten zu haben und andererseits die attackierten Systeme zu verlangsamen oder überhaupt lahmzulegen. Bis Ende 2013 sollen 85.000 Rechner weltweit angezapft werden, berichtet die Washington Post unter Berufung auf Unterlagen aus dem Fundus des abgesprungen US-Agenten Edward Snowden, der sich in Russland aufhält.

Demnach hätten die USA im Jahr 2011 insgesamt 231 derartige Cyber-Angriffe gestartet. Von diesen „offensiven Operationen“, wie es in dem Snowden-Dokument heißt, seien fast drei Viertel mit höchster Priorität klassifiziert worden. Die Aktivitäten hätten sich unter anderem auf Ziele im Iran, Russland, China oder Nordkorea gerichtet.

Der bekannteste Fall einer Hacking-Attacke durch amerikanische Dienste ist der Computerwurm Stuxnet. Dieser wurde in die Software der iranischen Atomanlagen eingeschmuggelt und beeinträchtigte das System massiv. IT-Experten waren sich sicher, dass die USA und/oder Israel dahinterstanden, offiziell bestätigt wurde das aber nie.

Laut Washington Post waren 2008 erst 21.000 Computer angezapft, allerdings reiche in großen Computernetzwerken ein infiziertes Gerät, um Zugang zu Hunderttausenden weiteren zu eröffnen. Vielfach werde die Software zunächst nur installiert, der Zugriff könne dann auch später erfolgen. So seien von den 2011 angegriffenen insgesamt fast 70.000 Computern bloß 8448 „ausgebeutet“ worden. Nach dem Bericht der US-Zeitung hänge dies auch damit zusammen, dass die Personalressourcen der US-Geheimdienste begrenzt seien – obwohl in das Projekt fast 2000 Cyber-Agenten involviert seien, die auch in Router und hinter Firewall-Sicherheitssysteme „einbrechen“ könnten.

In Zukunft, so das Blatt, sollen eingeschleuste Systeme auch dafür sorgen, dass Gespräche in Computernetzwerken ausfindig gemacht und mitgeschnitten werden können. Zudem würde eine Software entwickelt, die automatisch für den Betrieb von Millionen installierter Programme sorgen soll – Codename „Turbine“.

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