Politik | Ausland
02.11.2018

USA an Saudis: Krieg im Jemen beenden

Wende im Jemen-Konflikt: US-Außenminister Pompeo erhöht den Druck auf das saudische Königshaus.

Der Krieg im bitterarmen arabischen Land Jemen wird von den Vereinten Nationen als die aktuell größte humanitäre Katastrophe bezeichnet. Alle Friedensbemühungen der vergangenen Jahre scheiterten. Die USA erhöhen jetzt aber deutlich den Druck auf ihren Partner Saudi-Arabien, ihre Angriffe zu stoppen.

„Es ist Zeit für ein Ende der Kampfhandlungen“, forderte US-Außenminister Mike Pompeo in einer Stellungnahme und kündigte neue Gespräche noch im November an. Zwar betonte Pompeo, dass die Raketen- und Drohnenangriffe aus den von den Huthis kontrollierten Gebieten auf Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate aufhören müssten - diese schiitischen Milizen werden vom Iran unterstützt. Aber vor allem erhöht sich damit aber der Druck auf das saudische Königshaus.

Denn auch die von dem Königreich geführte arabische Koalition müsse ihre Luftangriffe auf alle bevölkerten Gegenden im Jemen stoppen, forderte Pompeo. Die geplanten Gespräche sollten vom UN-Sondergesandten Martin Griffiths geleitet werden.

Etwa 22 Millionen Menschen sind laut den Vereinten Nationen auf im Jemen Hilfe angewiesen. In dem Krieg sind nach UN-Schätzungen mehr als 28 000.Menschen getötet worden. Ein Großteil der Infrastruktur des Landes ist zerstört. Zudem wird dort der schlimmste Cholera-Ausbruch der Welt gemeldet.

"Verzicht auf Bombardierung"

US-Verteidigungsminister James Mattis forderte Gespräche noch in diesem Monat. „In 30 Tagen wollen wir alle an einem Tisch versammelt sehen“, sagte er laut einem CNN-Bericht bei einer Veranstaltung des US-Friedensinstituts in Washington. „Basierend auf einer Waffenruhe, basierend auf einem Rückzug von den Grenzen und basierend auf einem Verzicht der Bombardierung“, sagte der Verteidigungsminister.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) begrüßte die amerikanische Initiative. Internationale Menschenrechtsorganisationen kritisieren auch die USA und Deutschland immer wieder, weil sie Waffen an Saudi-Arabien liefern. Deutschland hatte angekündigt, vorerst keine Waffenexporte mehr zu genehmigen. Bei Luftangriffen der arabischen Koalition kommen immer wieder auch Zivilisten ums Leben.

Der UN-Sondergesandte Griffiths lobte die amerikanische Initiative. Es könne keine militärische Lösung für den Konflikt geben.

Neuer Angriff der Saudis

Am Freitag griff die von Saudi-Arabien geführte Koalition dennoch einen Luftwaffenstützpunkt in der Nähe des internationalen Flughafens in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa an. Das meldete die saudische Staatsagentur.

Der Luftwaffenstützpunkt sei von den Huthi-Milizen genutzt worden, um Raketen abzuschießen, wurde der Sprecher der Koalition, Turki al-Malki, zitiert. Der internationale Flughafen Sanaa sei weiter für die Vereinten Nationen und Hilfsoperationen geöffnet.