Obama kritisiert FBI wegen Clinton-Ermittlungen

US-Präsident Barack Obama im Wahlkampfeinsatz für Hillary Clinton
US-Präsident Barack Obama ändert seine Aussagen über das Vorgehen von FBI-Chef James Comey: Man arbeite nicht mit Anspielungen oder unvollständigen Informationen.

Im Streit über die E-Mail-Affäre der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat Amtsinhaber Barack Obama die Bundespolizei FBI kritisiert. Er wolle sich zwar nicht einmischen, so Obama in einem am Mittwoch veröffentlichten Radiointerview. Bei Ermittlungen arbeite man aber nicht mit Anspielungen oder unvollständigen Informationen. "Man arbeitet mit konkreten Entscheidungen."

In der Affäre geht es um einen privaten E-Mail-Server, den Clinton als Obamas Außenministerin auch für dienstliche Zwecke nutzte. Das FBI hatte elf Tage vor der Wahl erklärt, dass neue Mails aufgetaucht seien, die für den Fall möglicherweise relevant seien. Welchen Inhalt die elektronischen Botschaften enthalten, ist unklar. Mit der Mitteilung brach die Behörde mit der eigenen Tradition, kurz vor einer Präsidentenwahl keine politisch heiklen Informationen zu veröffentlichen.

Trump holt auf

Clintons republikanischer Rivale Donald Trump versucht, mit der jüngsten Veröffentlichung zu punkten. Er hatte mehrere Wochen lang deutlich hinter der Demokratin gelegen, nun holt er in Umfragen auf. Auch bei den Wettanbietern verbessern sich Trumps Quoten für die Wahl am 8. November wieder.

Obama verwies dagegen darauf, dass das FBI, das Justizministerium und Ermittler des Kongresses keine strafrechtlich relevanten Verstöße gefunden hätten. Clinton habe ihre Fehler eingestanden.

Die Präsidentenwahl findet am Dienstag kommender Woche statt. Am Montag noch hatte Obama über einen Sprecher erklärt, er halte FBI-Chef James Comey für einen integren Mann und glaube nicht, dass er die Wahl beeinflussen wolle.

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