18 Tote in ICE-Gewahrsam: UNO fordert Konsequenzen
ICE-Beamte begleiten festgenommene Personen in eine Hafteinrichtung.
Die Vereinten Nationen zeigen sich angesichts der Zahl der Todesfälle im Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörde alarmiert. Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Türk forderte am Freitag „unverzügliche, unabhängige, unparteiische und wirksame Untersuchungen zu allen Todesfällen in ICE-Gewahrsam“. Verantwortliche müssten zur Rechenschaft gezogen werden.
In den ersten fünf Monaten des Jahres seien 18 Menschen im Gewahrsam der Behörde gestorben, bezog sich Türk auf offizielle Zahlen der US-Behörde. Im Vorjahr seien es insgesamt 33 gewesen, 2024 seien 11 Menschen gestorben. Türk kritisierte den Mangel an Transparenz zu den jeweiligen Umständen.
Haftkapazitäten für 90.000 Menschen geplant
Diese Todesfälle ereigneten sich vor dem Hintergrund einer massiven Ausweitung des US-amerikanischen Systems der Einwanderungshaft, hieß es. Aktuellen, offiziellen Daten zufolge halte ICE derzeit über 60.000 Personen fest, verglichen mit rund 40.000 Personen Anfang 2025.
Darüber hinaus gebe es Pläne, die Haftkapazitäten bis Ende 2026 auf bis zu 90.000 Plätze zu erhöhen, so das UNO-Menschenrechtsbüro OHCHR.
Türk: Todesfälle möglicherweise vermeidbar
Der UNO-Hochkommissar äußerte sich zudem besorgt über Berichte über den Einsatz von Einzelhaft, deren Anwendung bei längerer Dauer einer grausamen, unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung gleichkommen könne. „All diese Faktoren verschärfen die Schutzbedürftigkeit und geben Anlass zu ernsthaften Bedenken, ob einige dieser Todesfälle in ICE-Gewahrsam hätten verhindert werden können“, sagte Türk.
Die umstrittene Migrationsbehörde ICE steht seit Monaten im Fokus. US-Präsident Donald Trump verfolgt in seiner zweiten Amtszeit eine rigorose Abschiebepolitik. Dazu gehören auch Razzien von teils maskierten ICE-Beamten gegen Migranten in vorwiegend demokratisch regierten Städten.
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