Politik | Ausland
30.04.2018

UN-Versagen: Die nicht verhinderten Massaker von Ruanda und Srebrenica

Tatenlos zusehen (müssen) – dieses Trauma ist für die UNO mit zwei Stichworten verbunden: Ruanda und Srebrenica.

Mitte der 1990er-Jahre bahnte sich im ostafrikanischen Ruanda ein Völkermord der Hutu-Milizen an der Tutsi-Bevölkerung an. Der Kommandant der Blauhelm-Truppe dort warnte in der UNO-Zentrale, erhielt aber weder Verstärkung noch das Mandat zum Eingreifen. Stattdessen wurde die UNO-Truppe abgezogen, nachdem zehn nicht ausreichend bewaffnete belgische Blauhelme ermordet worden waren. Insgesamt starben 800.000 Menschen bei dem Völkermord. Eine Untersuchungskommission machte fünf Jahre später UNO und Sicherheitsrat mitverantwortlich.

Im bosnischen Srebrenica wurden im Juli 1995 rund 8000 muslimische Burschen und Männer von serbischen Einheiten unter Führung Ratko Mladics ermordet – in der deklarierten „Schutzzone“ und vor den Augen niederländischer Blauhelmsoldaten und ihres Kommandanten Thomas Karremas. Ein niederländisches Zivilgericht machte den Entsenderstaat Niederlande für den Tod von 350 Muslimen mitverantwortlich.